Kongresswahl
Kerry verhagelt Demokraten den Wahlkampf

Der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat Kerry hat seiner demokratischen Partei im Wahlkampf einen Bärendienst erwiesen. Mit unglücklichen Äußerungen über Soldaten im Irak lieferte er den Republikanern reichlich Material für ihre Schlammschlacht. Die Kritik an Kerry wurde immer lauter. Nun gab er nach.

HB WASHINGTON. US-Senator John Kerry hat sich ausdrücklich beim Militär entschuldigt. „Ich bedauere es ausdrücklich, dass meine Worte fehlinterpretiert wurden und fälschlicherweise jenen in Uniformen etwas Negatives unterstellen und ich entschuldige mich persönlich bei jedem Bediensteten, jedem Familienangehörigen und jedem Amerikaner, der dadurch beleidigt wurde“, teilte Kerry in einer Erklärung mit. Zuvor hatte er sich noch allgemeiner geäußert und dem Sender MSNBC gesagt, es tue ihm Leid, dass er einen Witz verpfuscht habe.

Knapp eine Woche vor den Kongresswahlen hatte diese Entschuldigung des Demokraten Kerry den Republikanern um Präsident George W. Bush aber nicht ausgereicht. Sie warfen Kerry weiterhin vor, die US-Soldaten im Irak als ungebildet beleidigt zu haben.

Kerry hatte am Montag auf einer Wahlkampfveranstaltung vor Studenten gesagt, sie sollten sich im Studium anstrengen. „Dann kann es gut für euch laufen. Aber wenn ihr das nicht macht, dann sitzt ihr irgendwann im Irak fest.“ Kerrys Berater versuchten unmittelbar danach klar zu stellen, dass der Vietnam-Veteran seinen Redetext nicht korrekt wiedergegeben habe. Eigentlich habe er sagen wollen: „Wisst ihr, wo ihr landet, wenn ihr nicht studiert, wenn ihr nicht gewieft seid, wenn ihr intellektuell faul seid? Ihr werdet uns in einen Krieg im Irak reinreiten. Fragt nur Präsident Bush.“

Nachdem erste Kritik an seinen Worten aufgekommen war, hatte Kerry eine Entschuldigung noch abgelehnt. Doch die in Umfragen zurückliegenden Republikaner, die derzeit verzweifelt versuchen, in den wenigen bis zur Kongresswahl verbleibenden Tagen das Ruder doch noch herumzureißen, nutzten die Gunst der Stunde. Sie ließen kaum eine Gelegenheit aus, den bei vielen Wählern beliebten Kerry zu diskreditieren. Sie warfen ihm vor, die Soldaten im Irak als dumm dargestellt zu haben und forderten eine umgehende Entschuldigung.

Zwar steht Kerry selbst nicht zur Wiederwahl. Er zeigte sich aber auf vielen Veranstaltungen seiner Parteifreunde, um deren Kandidatur zu unterstützen. Am Mittwoch sagte er verbleibende Wahlkampf-Gastauftritte ab.

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