Konjunktur
Israels Wirtschaft wächst 2011 um 4,8 Prozent

Die israelische Wirtschaft hat in diesem Jahr genauso stark zugelegt wie im vergangenen. Verantwortlich dafür waren in erster Linie Investitionen in Fabriken und Maschinen.
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JerusalemIsraels Wirtschaft ist auch in diesem Jahr kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte wie schon 2010 um 4,8 Prozent zu, teilte das Statistikamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mit. Dafür sorgten vor allem die Investitionen in Fabriken, Maschinen und andere Anlagen: Sie legten um fast 16 Prozent zu, die privaten Konsumausgaben dagegen nur um vier Prozent. Die Exporte - die etwa 40 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen - erhöhten sich um 4,5 Prozent. Die Zentralbank rechnet im kommenden Jahr mit einem Wachstum von nur noch 2,8 Prozent. Grund dafür ist vor allem die drohende Rezession in der Euro-Zone, einem der wichtigsten Handelspartner Israels.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Israels Wirtschaft: Ein Wunder im eiligen Land

    Von Israels Wirtschaftsboom lässt sich einiges lernen. Zum Beispiel, wie man es in wenigen Jahren von der real existierenden Kibbuz-Ökonomie zum Hightech-Weltmeister schafft.
    Die einzige Konstante in meinem Leben ist der Nahostkonflikt“, seufzen Zeitgenossen gern, wenn es bei ihnen drunter und drüber geht. Tatsächlich macht der blutige Streit zwischen Israelis und Palästinensern zwar seit Jahrzehnten Schlagzeilen, aber geführt hat er zu nichts. Kriege, Intifadas, Hochmut der einen, Hass der anderen – ein Kreislauf der Gewalt, den wohl nur ein biblisches Wunder durchbrechen könnte. Doch jenseits von Sperranlagen, Klagemauer und Brettern vor den Köpfen gibt es ein anderes Israel, das auf ein Wunder nicht wartet, sondern es selbst bewirkt – zumindest ein Wirtschaftswunder. Übertönt vom Lärm der Katjuscha-Raketen, hat sich das kleine Land in wenigen Jahren zur Boomregion gemausert.

    "Die Presse", Print-Ausgabe, 28.03.2010

  • Quellen des israelischen Wirtschaftserfolgs
    Dan Senor und Saul Singer: Start-Up Nation Israel. Was wir vom innovativsten Land der Welt lernen können, Hanser Verlag, erscheint in deutscher Sprache am 6.2.2012
    Israel weist mit einer Gesamtbevölkerung von über sieben Millionen Einwohnern und 3.850 Jungunternehmen eine der höchsten Dichten an Startups auf. Der Technologiesektor boomt und scheint von sicherheitspolitischen Veränderungen größtenteils unberührt. Israel hat es geschafft, potentielle Nachteile in Stärken umzuwandeln: aus dem regionalen Boykott israelischer Produkte entstand ein auf Hochtechnologie spezialisierter Exportmarkt, die kleine Landesfläche wurde als Testzentrum für erneuerbare Energien genutzt. Diese Innovationskraft zusammen mit Unternehmensgeist und Technikaffinität macht Israel zu einer erfolgreichen „Startup-Nation“.
    Ein wichtiges Kriterium ist die geringe Größe des Landes, die Israel dazu verpflichtet, sich in der Produktion auf Qualität statt Quantität zu konzentrieren. Israels Kreativität entsteht nicht in Relation zu seiner Größe, sondern zu seinen Bedrohungen. Bedingt durch den Boykott israelischer Produkte durch arabische Staaten, musste sich Israel früh auf entlegene Märkte konzentrieren. Die damit verbundenen hohen Exportkosten führten zu einer Spezialisierung auf kleine, anonyme Komponenten und Software. Damit ist Israel in der wissens- und innovationsbasierten Wirtschaft hervorragend positioniert.

    Was wir vom innovativsten Land der Welt lernen können, Hanser Verlag, erscheint in deutscher Sprache am 6.2.2012

  • Die Hochtechnologie ist der Wachstumsmotor der exportabhängigen Wirtschaft geworden. Während die Produktivität in den 1990er Jahren in traditionellen Bereichen sank, wie im Bauwesen um zwei Prozent, stieg die der Hochtechnologie um jährlich fünf Prozent. Sie kurbelte auch den Export an, der inzwischen zu mehr als drei Vierteln aus Produkten der Hochtechnologie besteht.[4]

    Nach dem extensiven Wachstum der Hochtechnologiebranche brach die Wirtschaft durch den Absturz an der NASDAQ im Jahre 2000 und die zweite Intifada tief ein. Fünf Jahren der tiefsten Krise folgten, bis die Wirtschaft sich wieder erholte. Heute liegt sie mit einer jährlichen Wachstumsrate von rund fünf Prozent weit über dem Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik.

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