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Konjunktur: Konjunkturoptimismus in USA und Europa

Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des drastischen Schrumpfungsprozesses in der Weltwirtschaft könnten deutlicher nicht sein: Nicht nur US-Finanzminister Timothy Geithner äußerte sich deutlich optimistisch, auch Spitzenbanker der Europäischen Zentralbank rechnen mit einer baldigen Erholung der Konjunktur.

Alles wird gut: US-Finanzminister Geithner. Quelle: dpa
Alles wird gut: US-Finanzminister Geithner. Quelle: dpa

HB WASHINGTON. In den USA und Europa überwiegt angesichts positiv ausgefallerner Konjunkturindikatoren Optmismus. So hat sich die US-Wirtschaft nach Einschätzung von Finanzminister Timothy Geithner mittlerweile stabilisiert. Dies sei eindeutig zu erkennen, sagte Geithner bei einer Veranstaltung des Magazins „Newsweek“ am Montag. Allerdings bekämen die Verbraucher den gegenwärtigen Konjunkturabschwung noch einige Zeit schmerzlich zu spüren. Es handele sich um das schwierigste Wirtschaftsklima in den USA seit Generationen. Eine Besserung zeichne sich aber vor allem am lange eingefrorenen Kreditmarkt ab. Die wirtschaftliche Erholung werde allerdings holprig verlaufen und eine Zeit lang fragil bleiben. Daher könne die Regierung die Konjunkturhilfen erst zurückfahren, wenn sich die Erholung fest verankert habe.

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In den USA mehrten sich indessen die Anzeichen für eine Verlangsamung der Talfahrt am Immobilienmarkt. Die Stimmung bei Firmen im Immobilienbau ist derzeit so gut wie seit acht Monaten nicht mehr, wie aus einer Umfrage des Branchenverbandes NAHB hervorging. Immer mehr US-Bürger nutzten die einmaligen Kaufgelegenheiten, hieß es. Auch anderen Indikatoren hatten zuletzt die Hoffnung genährt, dass sich der Preisverfall am US-Häusermarkt dem Ende nähert. Am US-Immobilenmarkt hatte die Finanzkrise und die mittlerweile globale Wirtschaftskrise ihren Anfang genommen.

Auch die deutsche Bundesregierung nährte Hoffnungen auf ein baldiges Ende des drastischen Schrumpfungsprozesses in der deutschen Wirtschaft. Mittlerweile gebe es vermehrt Anzeichen, die auf eine Stabilisierung hindeuteten, hieß es in dem neuen Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums. Viele Indikatoren im In- und Ausland signalisierten eine Besserung. „Die skizzierten Entwicklungen sind angesichts des tiefen Niveaus vieler Indikatoren noch kein sicheres Zeichen einer Trendwende“, hieß es darin zwar einschränkend. Aber der zuletzt nahezu ungebremste Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten werde sich wohl so nicht fortsetzen.

Die EZB kann angesichts der abflauenden Krise laut Bundesbankpräsident Axel Weber bei der Geldpolitik vorerst den Fuß vom Gas nehmen. „Es ist davon auszugehen, dass sich das Abwärtstempo in den kommenden Monaten deutlich verlangsamen wird“, sagte Weber in Düsseldorf. Das Leitzinsniveau von einem Prozent sei daher im gegenwärtigen Umfeld angemessen. Auch EZB-Vizepräsident Lucas Papademos äußerte sich optimistisch über eine Erholung der europäischen Wirtschaft.

Weber zufolge leiste die Geldpolitik der EZB bereits einen erheblichen Stabilisierungsbeitrag für die Volkswirtschaft, der sich in den kommenden Monaten noch stärker entfalten werde. „Sollte es nicht erheblich schlimmer kommen, ist meines Erachtens das bisherige Maßnahmenpaket ausreichend“, sagte Weber der „Financial Times Deutschland“. Damit schloss fürs Erste weitere Zinssenkungen oder den Ankauf von besicherten Anleihen (Covered bonds) über das bereits angekündigte Pfandbriefe-Programm hinaus aus.

„Wir müssen jetzt das primäre geldpolitische Augenmerk auf das Wirkenlassen der bereits erfolgten Schritte richten“, betonte Weber. „Da ist noch einiges in der Pipeline.“ Zuletzt war es im Kreis der EZB-Spitzenbanker zu einer Debatte gekommen, ob das geplante Ankaufprogramm für Pfandbriefe ausreichend ist. EZB-Chef Jean-Claude Trichet kündigte den Aufkauf von Covered Bonds im Volumen von rund 60 Mrd. Euro an, Ratsmitglied Marko Kranjec schloss auch einen höheren Betrag nicht aus.

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