Konjunktur
Russland drohen soziale Unruhen

Russland leidet nach Einschätzung der Weltbank stärker unter der Wirtschaftskrise als viele westliche Länder. Das Land steht demnach vor einer langen Durststrecke. Selbst im kommenden Jahr ist keine Besserung in Sicht. Im Gegenteil: Die Regierung müsse ihre Ausgaben drastisch erhöhen, um soziale Unruhen zu verhindern.

HB MOSKAU. Der überraschend starke Wirtschaftsabschwung drohe vier Mio. Russen in die Armut zu stürzen. Die Weltbank empfahl der Regierung daher eine Erhöhung der Arbeitslosenhilfen um 70 Prozent. Auch das Kindergeld müsse mehr als verdreifacht und die Renten für die ärmsten Pensionäre um ein Fünftel angehoben werden. „Die soziale Lage hat sich so rapide und unerwartet verschlechtert, dass Krisenpolitik stärker auf die Bevölkerung ausgerichtet werden muss“, sagte der Russland-Experte der Weltbank, Zeljko Bogetic, am Montag. Eine Erhöhung der Ausgaben könne helfen, den Konsum und damit die Binnennachfrage zu stärken.

Russland leidet nach Einschätzung der Weltbank stärker unter der Wirtschaftskrise als viele westliche Länder. Die Organisation sagt für das Land einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr um 4,5 Prozent voraus. Auch 2010 sei kein Wachstum in Sicht. Die Wirtschaft werde dann voraussichtlich stagnieren.

Die Vorhersage der Weltbank für 2009 übersteigt die Regierungsprognose von einem Rückgang um 2,2 Prozent. Die russische Wirtschaft lebt von den Exporten von Öl und anderen Rohstoffen. Wegen der weltweit sinkenden Nachfrage sind die Preise für die meisten Rohstoffe aber eingebrochen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%