Konjunktur
Wachstum in der Euro-Zone halbiert sich

Die schwache Konjunktur in Frankreich drückt das Wachstum in der Euro-Zone: Die Wirtschaft hat im zweiten Quartal nur noch um 0,3 Prozent zugelegt. Beim Abbau der Arbeitslosigkeit gibt es keine Fortschritte.

Brüssel/Brüssel/BerlinDie Wirtschaft in der Euro-Zone hat im Frühjahr deutlich an Schwung verloren. Vor allem wegen der schwachen Konjunktur in Frankreich stieg das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni nur um 0,3 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten genau damit gerechnet, nach dem kräftigen Anstieg von 0,6 Prozent zu Jahresanfang. Bei dem Abbau der Arbeitslosigkeit gab es zuletzt keine Fortschritte.

In der gesamten Europäischen Union wuchs die Wirtschaft um 0,4 Prozent - nach einem Plus von 0,5 Prozent im ersten Quartal. Das Wachstum der französischen Wirtschaft kam im Frühjahr überraschend zum Stillstand - nicht zuletzt wegen Streiks gegen die Arbeitsmarktpolitik der Regierung. In Spanien hingegen zog die Konjunktur um 0,7 Prozent an und konnte ihr Tempo halten.

Analysten zufolge könnte das Brexit-Votum im Laufe des Jahres das Wirtschaftswachstum in Europa weiter dämpfen. Die Briten hatten vor gut einem Monat für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Der Schritt sorgte für große Verunsicherung bei vielen Unternehmen.

Daten für Deutschland als größte Volkswirtschaft der Euro-Zone werden erst am 12. August veröffentlicht. Experten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,3 Prozent gewachsen sein dürfte, nach plus 0,7 Prozent im ersten Quartal. Zudem könnte die Unsicherheit nach dem Brexit-Votum der Briten die Wirtschaft im Währungsraum mittel- und langfristig belasten.

Die Arbeitslosenquote der Euro-Zone blieb im Juni auf dem Mai-Niveau von 10,1 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Dies ist der tiefste Stand seit Juli 2011. Doch gibt es bei den Arbeitslosenzahlen im Währungsraum große Unterschiede. Malta kommt nach einheitlicher europäischer Rechnung mit 4,0 Prozent auf den niedrigsten Wert, gefolgt von Deutschland mit 4,2 Prozent. In Griechenland ist die Arbeitslosigkeit mit 23,3 Prozent (im April) am höchsten, in Spanien liegt sie bei 19,9 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%