Konjunkturaussichten
IWF macht Portugal wenig Hoffnung

Portugal gilt als Musterschüler in Sachen Reformen. Mit harten Spareinschnitten will die Regierung wieder auf den grünen Zweig kommen. Doch der IWF sieht das Land noch tief in der Krise.
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WashingtonTrotz der Fortschritte bei den Reformen sind die wirtschaftlichen Aussichten für Portugal nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter trübe. Das Land werde auch 2013 wahrscheinlich nicht aus der Rezession herauskommen. Die Arbeitslosigkeit werde über das bisherige Rekordniveau hinaus weiter steigen, heißt es in einem am Dienstag in Washington veröffentlichten Bericht. Die notwendige Sparpolitik schaffe für das ärmste Land Westeuropas auch „Gegendwind für Wachstum“.

Zugleich betonte der IWF aber: Entscheidend für den Erfolg der portugiesischen Anstrengungen seien auch die europäischen Reformen. „Der Erfolg des Programms wird auch davon abhängen, ob die politischen Entscheidungsträger in Europa mit Reformen fortfahren, um Ungleichgewichte im Euro-Raum zu überwinden.“ Außerdem mahnte der IWF, bei den weiteren Reformen müsse darauf geachtet werden, dass die Lasten fair verteilt werden und Wachstum fördern.

Offiziellen Schätzungen zufolge schrumpfte die Wirtschaft des ärmsten westeuropäischen Landes in diesem Jahr um drei Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt bei 16 Prozent.

Bereits am Montag hatte die sogenannte Troika aus der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem IWF grundsätzlich eine weitere Tranche in Höhe von 2,5 Milliarden Euro aus dem insgesamt 78 Milliarden Euro schweren Rettungsprogramm freigegeben. Portugal mache „solide Fortschritte“ bei seinen Spar- und Reformbemühungen. 1,6 Milliarden Euro übernehme die EU, 0,9 Milliarden der IWF. Das Geld könne wahrscheinlich im Januar nach Lissabon überwiesen werden.

„Das Programm ist weitgehend auf Kurs trotz größeren Gegenwindes“, hieß es in einer gemeinsamen Bewertung von Troika-Mitarbeitern nach einem einwöchigen Besuch in Lissabon, der am Montag endete. Als Gegenleistung für das Hilfspaket der Troika will Portugal das Haushaltsdefizit, das 2010 bei rund zehn Prozent lag, bis 2014 auf die EU-Marke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Offensichtlich hat auch der IWF mit seinen Sparauflagen und Strukturreformen kein konkretes Ziel ausser reinem Selbstzweck der Massnahmen. Wenn sich in Portugal 2013, spätestens aber 2014, nichts für die Bevölkerung und Regierung Spürbares verbessert, wird die Akzeptanz weiterer Massnahmen nach IWF Vorgabe auch bei der Regierung nachlassen. Dann gibt es entweder Transfers oder keinen EURO mehr in Portugal.

  • Was wollen die mit Lagarde-Krähe eigentlich anderen Hoffnung machen, wenn sie selbst keine Luft mehr haben, wie ein anderer Artikel von HB offenbart?? Marionettentheater ist amüsanter!

  • Und das traurigste Schauspiel an dem ganzen Eurowahnsinn bietet die Presse. Sie lässt unserem Baron Münchhausen Schäuble alle seine dreisten Lügen kommentarlos druchgehen - eine Schande !!! Von wegen 4. Gewalt im Staat. Auch die Presse ist zu einem Vasall und einem Steigbügelhalter der Finanzhaie, der internationalen Bankendynastie, der Großkonzern und den Lobbyisten verkommen. Leben die Presseorgane und Redaktuere doch trefflich in dem augenblicklichen System. Die Hochfinanz und Superreichen, Manager (mit Millionengehältern) von Großkonzerne bezahlen ja die hohen Gehälter der Redakteure durch ihre Werbeanzeigen. Wessen Brot ich Fress, dessen Meinung ich schreib. Wenn im entferntesten Winkel der Welt, in irgend einem Taka-Tuka-Land die Wahlen gefälscht/manipuliert werden, das berichtet die Presse. Dass hier das eigene Volk (und ander Völker) gnadenlos betrogen und ausgenutzt wird, darüber schreibt niemand ernsthaft. Dass ein so schamloser Lügenr wie Herr Schäuble ein Ministeramt inne hat ist eine Schande für unser Land. Die Presse müsste ihn normalerweise öffentlich demontieren und zum Rücktritt zwingen. Bei Herrn Wulff hat das ja auch geklappt.

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