Konservative
Nicolas Sarkozy: „Morgen, Herr zukünftiger Präsident“

Nicolas Paul Stéphane Sárközy Nagy Bócsay, besser bekannt als Nicolas Sarkozy, gilt als heißester Anwärter auf das Präsidentenamt in Frankreich. Derzeit ist er auf Wahlkampf-Tour und gibt sich dabei gerne als Mann des Volkes – mit wachsendem Erfolg.

PARIS. Ein feiner Nieselregen vernebelt die Straße und lässt die Mautstelle im gelben Lampenlicht verschwimmen. Ohne Unterbrechung öffnen und schließen sich die rotweißen Schranken. Kühlwagen und Kleintransporter ergießen sich wie ein großer Strom in den größten Lebensmittelmarkt der Welt. Es ist 4.30 Uhr. In Rungis sechs Kilometer südlich von Paris herrscht Hochbetrieb.

„Fahrt ganz rechts, wir fangen mit dem Fisch an“, befiehlt ein junger Mann mit dunklen Ringen unter den Augen und dirigiert uns über das noch in der Dunkelheit liegende Marktgelände, bis eine gewaltige Glasfront in Sicht kommt. In der Halle dahinter ist alles weiß: das gleißende Neonlicht, die Wände, die mit Eisresten bedeckten Bodenkacheln, die endlos scheinende Reihe von Styroporkartons, die Kittel der Fischhändler und ihrer Arbeiter. Auch Nicolas Sarkozy hat eine weiße Jacke angezogen. „Wo kommt das her?“ fragt der Kandidat und zeigt auf eine weiße Kiste, die randvoll mit Jakobsmuscheln gefüllt ist. „Aus der Bretagne“, antwortet einer der umstehenden Männer eifrig.

Es ist Wahlkampf in Frankreich: Im April entscheiden die Bürger über die Nachfolge von Staatspräsident Jacques Chirac. Deshalb begeben sich die Politiker jetzt auf Entdeckungstour in ein Land, das sehr weit weg ist von den prunkvollen Regierungspalästen im Zentrum der französischen Hauptstadt. In diesem fremden Land leben Menschen, die früh aufstehen, körperlich hart arbeiten und trotzdem am Monatsende häufig knapp bei Kasse sind.

Kandidat Sarkozy buhlt gezielt um ihre Gunst. „Die Arbeit verdient mehr Respekt“, sagt der Kandidat, den die Meinungsumfragen im Rennen um das höchste Staatsamt derzeit vorne sehen. „Wir müssen die Arbeit aufwerten und besser entlohnen“, fügt er hinzu und: „Wer mehr arbeitet, soll auch mehr verdienen.“ Landauf, landab verbreitet der bürgerliche Kandidat seine Hymne auf den „Wert der Arbeit“. Vor ein paar Tagen war er in der berühmten Topffabrik Le Creuset, demnächst besucht er die alte Bergbaustadt Montceau-les-Mines, heute macht er Station in Rungis im „Marché d'Intérèt National“.

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