Konservativer gewinnt Stichwahl: Anastasidis heißt Zyperns neuer Präsident

Konservativer gewinnt Stichwahl
Anastasidis heißt Zyperns neuer Präsident

Machtwechsel auf Zypern: Der konservative Politiker Nikos Anastasidis gewinnt die Stichwahl um das Präsidentenamt. Der 66-Jährige konnte sich gegenüber Konkurrent Malas durchsetzen. Jetzt braucht er die Hilfe von Europa.
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Nikosia/BrüsselNikos Anastasidis heißt der Sieger der Präsidentenwahl in Zypern. Nach seinem Wahlerfolg am Sonntag angekündigte er an, das Vertrauen in das schwer angeschlagene EU-Land wiederherstellen zu wollen. „Meine oberste Priorität ist, die Glaubwürdigkeit Zyperns wiederherzustellen“, sagte der konservative Politiker und Sparkurs-Befürworter. Zypern werde „verlässlich“ mit seinen europäischen Partnern zusammenarbeiten, um „schnellstmöglich“ ein Hilfspaket zu schnüren.

Nach Auszählung aller Stimmen erhielt Anastasidis 57,48 Prozent – und wird somit neuer Präsident der von der Staatspleite bedrohten Mittelmeerinsel. Sein Gegenkandidat, der linke Politiker Stavros Malas, kam auf 42,52 Prozent. Dies teilte das zyprische Innenministerium nach der Stichwahl am Sonntagabend mit.

Anastasidis will Zypern nach eigenen Worten wieder auf europäischen Kurs bringen. In den Staatskassen ist nach offiziellen Angaben nur noch bis Ende März Geld. Zyperns Wirtschaft war 2012 um 2,3 Prozent geschrumpft. Für das laufende Jahr wird mit einem Rückgang um 3,5 Prozent gerechnet, eine Erholung nicht vor 2016 erwartet.

Nach fünf Jahren wird mit Anastasidis wieder ein Konservativer das EU-Land Zypern führen. Er soll am 1. März vereidigt werden. Danach wird er auch seine Regierung ernennen. Am 5. März will sich die Eurogruppe mit dem Problem Zypern befassen. Der pro-europäische Anastasidis, der gute Beziehungen zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat, hatte sich im Wahlkampf für strikte Sparmaßnahmen ausgesprochen, um die Vorgaben der internationalen Gläubiger zu erfüllen.
Hunderte Anhänger des Wahlsiegers versammelten sich nach Bekanntgabe der ersten Prognosen und jubelten, wie das Fernsehen zeigte. Der Wahlverlierer Malas gratulierte Anastasidis und sicherte ihm Unterstützung bei allen Maßnahmen zu, „die unserem Volk dienen“.



Der bisher regierende kommunistische Präsident, Dimitris Christofias, war wegen des Scheiterns seiner Finanzpolitik nicht für eine zweite Amtszeit angetreten. Die Insel befinde sich „an einem Scheideweg“, hatte Anastasidis nach der Stimmabgabe erklärt. „Wir müssen uns sofort mit der Finanzkrise befassen“, sagte er Reportern in Nikosia. Viele Zyprer befürchten, dass sie bei einem harten Sparprogramm verarmen und künftig Elendsszenen wie im benachbarten Griechenland zu sehen sein werden.

Anastasidis war als Favorit ins Rennen gegangen. Er befürwortet schnelle Umschuldungs-Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern der Inselrepublik im Mittelmeer. Im ersten Durchgang hatte er die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt.

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Entscheidung über Hilfspaket

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  • Leute, macht euch keine Hoffnung, die 17 Milliarden für Zypern sind schon fertig verpackt. Und jeder weiss, dass sie natürlich nicht Zypern retten, sondern Banken und deren Investoren, egal wo die jetzt sitzen. Da sind sich CDU, SPD und deren Mehrheitsbeschaffer einig. Es geht einfach darum, dass der Euro dermaassen labil ist, dass der Bankrott eines Zwergstaates reicht, das ganze Lügengebäude einzureissen.

  • Zyperns BIP hat die Grösse jenes einer deutschen mittleren Grossstadt. Warum soll also ausgerechnet dieser russische Waschsalon für die EU Systemrelevant sein. Sollen doch die Oligarchen aus Sotschi die Reparatur der Waschmaschine selbst begleichen, das tut denen nicht weh - und den deutschen Steuerzahler freut's.

  • Erschreckend, dass die Leute glauben, durch den Regierungswechsel zu "verelenden" und nicht begreife, dass für diese Verelendung die Wurzeln durch die Kommunisten gepflanzt wurden. Dieses linke Gedankengut wird auch Deutschland ruinieren, sollten diese nach der Bundestagswahl in irgendeiner Form Regierungsverantwortung haben. Frankreich läßt grüßen

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