Kontrollen gefordert
Iran bestreitet Atomwaffenbesitz

Der Iran ist nach eigenen Angaben nicht in der Lage, atomwaffenfähiges Uran abzubauen und anzureichern. Außenminister Kamal Charrasi stritt ab, dass sein Land eine derartige Technologie für den Bau von Atomwaffen besitze.

HB NEW YORK. Seine Regierung werde auch nicht auf ihr Atomprogramm verzichten, sagte Charrasi am Mittwoch in New York am Rande der Uno-Vollversammlung. Die USA werfen dem Land vor, nach Massenvernichtungswaffen zu streben. Sie vermuten, die iranischen Atomanlagen könnten zur Anreicherung von Uran genutzt werden, um es waffentauglich zu machen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat dem Iran eine Frist bis 31. Oktober gesetzt, um zu beweisen, dass sein Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken dient.

„Nein, wir haben nicht die Technologie, um Atomwaffen herzustellen“, sagte Charrasi. „Wir haben die Technologie, um Uran anzureichern. Es ist ein Unterschied, die Technologie zu haben, um Uran für den Betrieb von Atomkraftwerken anzureichern, oder um tatsächlich eine Bombe zu bauen.“

Auf die Frage, ob der Iran seine Atomaktivitäten aufgeben werde, antwortete Charrasi: „Nein. Auf keinen Fall. Es gibt keinen Grund.“ Seine Regierung sei willens, mit der IAEA über striktere Kontrollen zu verhandeln, sagte er weiter, „aber das Problem ist, dass die Amerikaner glauben, das sei nicht genug“.

Die IAEA will erreichen, dass der Iran ein Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet, das unangemeldete Kontrollen erlauben würde. Die IAEA, eine Organisation der Uno, hatte vor kurzem waffentaugliches Uran im Iran nachgewiesen. Die iranische Regierung hatte dies mit auf dem Schwarzmarkt gekaufter verunreinigter Ausrüstung erklärt.

Chirac fordert Zustimmung zu Kontrollen

Der französische Präsident Jacques Chirac sagte der Zeitung „USA Today“, sollte der Iran allen nötigen Kontrollen zustimmen, werde er Iran bei der Entwicklung eines zivilen Atomprogrammes unterstützen. Falls der Iran aber nicht zustimme, werde er die USA unterstützen, die den Fall vor den Uno-Sicherheitsrat bringen wollen, wo Sanktionen gegen den Iran verhängt werden könnten.

Die USA argumentieren, der Iran sei einer der größten Erdöl-Produzenten und brauche keine Atomenergie; daher müsse das Atomprogramm der Waffenentwicklung dienen.

Dagegen sagte Charrasi, mit einem jährlichen Wachstum von fast acht Prozent nutze der Iran all seine Reserven, und „wir müssen unsere Energiequellen breit fächern“.

Charrasi bekräftige die Forderung seiner Regierung nach Freigabe von zehn Milliarden Dollar, die die USA eingefroren haben, und die Aufhebung von US-Sanktionen. Eine Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern hingen von gegenseitiger Kooperation ab, sagte er.

US-Präsident George W. Bush hatte den Iran zusammen mit dem Irak unter dem gestürzten Präsidenten Saddam Hussein und dem kommunistischen Nordkorea als „Achse des Bösen“ bezeichnet, die nach Massenvernichtungswaffen strebe.

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