Kooperation
Asiaten bauen gemeinsamen Krisenfonds aus

Die Volkswirtschaften Asiens vernetzen sich stärker, um sich bei der Bekämpfung der Finanzkrise zu unterstützen. Die zehn Asean-Länder vereinbarten mit Japan, China und Südkorea, einen 90 Mrd. Euro schweren Krisenfonds aufzulegen, um die Wirtschaft der Region zu stärken.

NUSA DUA. „Die derzeitige weltweite Lage verlangt weitere gemeinsame Anstrengungen, um Vertrauen herzustellen, die Stabilität der Finanzmärkte zu erhalten und einen weiteren Wirtschaftsabschwung zu verhindern“, erklärten die Finanzminister Japans, Chinas und Südkoreas sowie der südostasiatischen Asean-Staaten am Rande des Jahrestreffens der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) auf der indonesischen Insel Bali.

Der Fonds soll bis Ende des Jahres stehen. Damit wollen sich die Länder unter die Arme greifen, sollte eines von ihnen unter ähnlichen Liquiditätsengpässen leiden wie zu Zeiten der Asienkrise 1997/98. China und Japan wollen jeweils knapp ein Drittel der Fonds-Mittel zur Verfügung stellen, Südkorea 16 Prozent. Die übrigen Gelder zur sogenannten Chiang-Mai-Initiative soll die Asean-Staatengemeinschaft beisteuern, zu der Brunei, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam gehören.

Die 13 Staaten kündigten zudem an, unter Mithilfe der ADB eine Institution aufzubauen, die ihre Volkswirtschaften überwachen soll. Die Länder wollen ferner Anleihen für rund 377 Mio. Euro garantieren, die in der Region ausgegeben wurden. „Die Region hat damit eine zusätzliche Finanzierungsmöglichkeit, die den Internationalen Währungsfonds ergänzt“, sagte Asean-Generalsekretär Surin Pitsuwan.

Japan stellte zugleich einen bis zu 45 Mrd. Euro schweren eigenen Plan vor, mit dem andere unter der Wirtschaftskrise leidende Länder in der Region unterstützt werden sollen. Tokio stellt auch Garantien für Yen-Anleihen asiatischer Entwicklungsländer im Umfang von bis zu 500 Mrd. Yen (3,8 Mrd Euro) zur Verfügung. Damit solle auch die Rolle des Yen in der Asean-Region gestärkt werden, erklärte Finanzminister Kaoru Yosano: „Ich erwarte, dass die Wirtschaftsstruktur der asiatischen Entwicklungsländer durch diese Maßnahmen mehr Gleichgewicht bekommt und sie ihr robustes Wachstum neu starten können.“

Die ADB befasste sich bei dem Treffen mit der Wirtschaftskrise, Klimaanpassungsmaßnahmen und besserer regionaler Kooperation. ADB-Präsident Haruhiko Kuroda kündigte einen eigenen Drei-Mrd.-Dollar-Fonds für Länder in Schwierigkeiten an, die daraus mit besonders günstigen Krediten bedient werden sollen. Die Bank hat damit für zwei Jahre 32 Mrd. Dollar für Kredite zur Verfügung. Zudem verdreifachte die ADB ihre eigene Kapitalbasis. Die Gouverneure stimmten einer Aufstockung von 55 auf 165 Mrd. Dollar zu. „Wir müssen alles tun, um einen Rückschlag bei den hart erkämpften Errungenschaften der Region in der Entwicklung und bei der Armutsbekämpfung zu verhindern“, sagte Kuroda. Laut ADB könnte die Zahl der Menschen, die in Asien in Armut leben, von 60 Mio. in diesem Jahr auf 100 Mio. in 2010 steigen.

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