Kopenhagen
Einigung auf den kleinsten Nenner beim Klimagipfel

Minimal-Kompromiss beim Kopenhagener Klimagipfel in allerletzter Minute: Am Freitagabend haben sich die Regierungen von 25 Staaten nach streckenweise chaotischen Beratungen auf einen Klimakompromiss geeinigt. Zuvor hatten sich US-Präsident Barack Obama und der chinesische Premier Wen Jiabao verständigt.
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HB KOPENHAGEN. Mit Zustimmung der EU und unter Beteiligung von Bundeskanzlerin Angela Merkel handelten die Staats- und Regierungschefs führender Länder beim UN-Klimagipfel einen Kompromisspapier aus, der ein unverbindliches Zwei-Grad-Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung vorsieht, das Deutschland als Minimal-Ergebnis bezeichnet hatte. Mehrere Detailfragen wurden darin aber offengelassen.

Die Umweltorganisation Greenpeace sprach von einem „ernüchternden“ Ergebnis. Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg bestätigte die Einigung und meinte: „Was jetzt erreicht wurde, ist besser als gar kein Klimavertrag.“ Den Weg frei gemacht hatte der erst am Abschlusstag nach Kopenhagen gereiste Obama zusammen mit dem chinesischen Premier Wen, Indiens Premierminister Manmohan Singh und dem südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma. Sie einigten sich nach einem Bericht des US- Senders MSNBC vor allem allem beim umstrittenen Thema Überprüfbarkeit von Klimaschutzmaßnahmen dieser wichtigen Schwellenländer.

Das Weiße Haus stufte die Übereinkunft dem Bericht zufolge als „bedeutend“ ein. Die Klima-Streitigkeiten zwischen den USA und China, aber auch anderen Schwellenländern galten beim Kopenhagener Klimagipfel als wichtigstes Hindernis für ein Abkommen. Auch nach der Einigung zwischen den als entscheidend geltenden Ländern stand in der Nacht immer noch die endgültige Annahme durch alle 192 Teilnehmerstaaten der Klimakonferenz aus.

Der letzte Gipfeltag in Kopenhagens Hauptstadt war von einem so selten erlebten Chaos bei den Verhandlungen und Sondierungen hinter verschlossenen Türen geprägt. Aus der Delegation des vorzeitig abgereisten russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew hieß es, man habe nie zuvor ein so schlecht organisiertes Gipfeltreffen erlebt.

Obama hatte zuvor den Gipfel zum Handeln aufgerufen: „Die Zeit für Reden ist vorbei.“ Er rief in seiner Rede vor den Delegationen zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung auf und sagte die Bereitschaft der USA zum Handeln zu. „Wir brauchen entschiedene nationale Taten, um unsere Emissionen zu senken.“ Als zweitgrößter Produzent gefährlicher Treibhausgase nach China seien die USA bereit, ihrer Verantwortung gerecht zu werden.

Die Entwicklungs- und Schwellenländer beim Kopenhagener Klimagipfel reagierten zunächst positiv auf den sich abzeichnenden Konsens. Der sudanesische Sprecher der 130 in der Gruppe G77 zusammengeschlossenen Länder, Lumumba Stanislaus Di-Aping, sagte der dänischen Zeitung „Politiken“: „Wir bekommen hier einen Vertrag, der den Prozess bis nächstes Jahr weiterbringt.“ Di-Aping hatte sich während der knapp zweiwöchigen Konferenz immer wieder mit massiver Kritik an den Industrieländern Gehör verschafft.

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  • die welt wird sich ändern, es gibt jetzt einen neuen hauptschuldigen für die klimaveränderung: china. das haben die chinesen politisch nicht begriffen. ihre vermeintliche verhandlungsklugheit, einen kompromiss zu verhindern und mit nichtssagenden klimazielen die welt austricksen zu wollen hat zur konsequenz(das biP berechnen die doch selbst), dass klimazölle gegen chinesische waren aufgebaut werden, wer künftig chinesich kauft, sorgt für den weltuntergang. sicherlich eine zielrichtung für begüterte, aber der 2. weltkrieg wurde auch im namen der menschenrechte und der demokratie geführt und die armen mußten ja auch mitmachen....

  • die vernunft hat gesiegt !!!
    ein sketsch von , ich glaube hallerforden ging so :
    verkehsfunk - ein falschfahrer auf der a 7 richtung norden, darauf hallerforden, wieso einer, tausende !!!
    hallerforden ( also deutschland ) wurde zurechtgewiesen. auf den boden zurückgeholt. die internationale gemeinschaft hat weit größere probleme die es zu lösen gilt !

  • Ohne nun zynisch zu werden, aber so richtig kann ich da keinen Willen und oder Erfolg erkennen.....Jede Menge Lippenbekenntnisse- China will den CO2 Ausstoß an das biP dran hängen, ein netter bilanz-Trick. So kann alles schön beim alten bleiben.

    ich sag nur; es wird sich keine Maus bewegen bis endlich allen klar ist das die Luft die wir atmen versaut ist, der Regen der fällt die Natur für jeden ersichtlich kaputt macht.... Noch spüren wir nicht so richtig wie Mutter-Erde uns los werden will.... irgendwann hat die Erde Husten, dann Fieber und dann spuckt sie uns aus... Dann ist es zu spät für ein Koppenhagen....oder besser Floppenhagen.

    So lange wir glauben das wir Geld zum Leben brauchen wird sich hier in Sachen Umweltschutz nur wenig tun... Wo sind eigentlich die Grünen geblieben die nun Aufschreien müssten? Ach Sorry die sind ja auch schon von den Lobbys gekauft....Grün nur so lange keiner mit Dollars winkt.

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