
HB KOPENHAGEN/KIEL. In Kopenhagen ringen Regierungsvertreter aus 192 Staaten zwei Wochen lang um eine weitreichende Vereinbarung, um eine drohende Klimakatastrophe zu verhindern. Für die entscheidende Endphase der Verhandlungen werden nach Angaben der dänischen Gastgeber 110 Staats- und Regierungschefs nach Kopenhagen reisen.
An den Gipfel knüpfen sich große Hoffnungen. Der dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen forderte die Delegationen in seiner Eröffnungsrede auf, „konstruktiv, flexibel und realistisch“ in die Verhandlungen zu gehen: „Differenzen können überwunden werden, wenn der politische Wille da ist – und ich glaube, er ist da.“ Eine Einigung sei greifbar nahe, sagte Rasmussen und appellierte an die Delegationen aus aller Welt: „Lasst uns nicht auf das konzentrieren, was uns trennt, sondern auf das, was uns verbindet.“
Der Chef des Weltklimarates, Rajendra Pachauri, machte die Dimensionen des Klimawandels deutlich. Die globale Durchschnittstemperatur sei im vergangenen Jahrhundert bereits um 0,74 Grad gestiegen, der Meeresspiegel um 17 Zentimeter. Es sei möglich, dass er um sieben Meter klettere, sollte das Grönland-Eis abtauen. In Afrika könnten 75 bis 250 Millionen Menschen bis 2020 aufgrund des Klimawandels an Wassermangel leiden. Es sei essenziell, die Erderwärmung im Bereich von 2,0 bis 2,4 Grad zu halten. Und das koste nicht mehr als 3,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis zum Jahr 2030.
Uno-Klimachef De Boer entwarf die Vision eines „idealen Weihnachtskuchens“ mit drei Teigschichten, auf dem am Ende der Konferenz die Kerzen brennen sollten. Den Boden bilde die Übereinkunft, unverzüglich im Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen aktiv zu werden. Die zweite Lage enthalte ehrgeizige Ziele zur Treibhausgas-Reduktion und eine sofortige Finanzzusage über zehn Milliarden US-Dollar für die armen Länder. Der Tortenguss bestehe aus langfristigen Zielen.