Kopenhagen
Rasmussen übernimmt Leitung der Klimakonferenz

Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hat offiziell die Verhandlungsführung beim Kopenhagener Weltklimagipfel übernommen. Die bisherige Leiterin Connie Hedegaard trat zurück und wird von jetzt an die informellen Konsultationen führen. Noch am Mittwoch sollte eine neue Verhandlungsgrundlage vorgelegt werden.
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HB KOPENHAGEN. Als Zeichen, dass nun die Schlussphase begonnen hat, ging die Verhandlungsführung nun offiziell an den dänischen Regierungschef. Hedegaard sagte, da schon so viele Staats- und Regierungschef für die Schlussberatungen angereist seien, sei es protokollarisch angemessen, dass der Ministerpräsident den Vorsitz von ihr übernehme. Gleichwohl werde sie sich als Sonderbeauftragte Rasmussens im Gespräch mit ihren Kollegen weiter um eine Verhandlungslösung bemühen. Der Wechsel sei prozedural begründet, ergänzte Hedegaard. In der dänischen Hauptstadt werden an diesem Mittwoch bereits 60 Staats- und Regierungschefs erwartet, viele andere kommen in den kommenden zwei Tagen, darunter auch Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama.

Die als resolut und energisch geltende Dänin Hedegaard, die demnächst als EU-Klimakommissarin nach Brüssel wechselt und für die der Klimagipfel der Höhepunkt ihrer politischen Laufbahn sein sollte, hatte zuletzt allerdings Mühe, die Fäden in der Hand zu behalten. Sie war von afrikanischen Ländern kritisiert worden, die Sitzungen parteilich im Interesse der Industrienationen geleitet zu haben. Seit die Afrikaner Montagvormittag im Zorn auf die Dänin den nach dem bedeutenden dänischen Sternenforscher Tycho Brahe benannten Verhandlungssaal verließen, laufen die Beratungen in einer Vielzahl von Gruppen und Untergrüppchen.

Die Hauptverhandlungen im Plenum stockten am Mittwoch nicht nur wegen inhaltlicher Streitigkeiten, sondern auch wegen Klagen einiger Delegationen wie Brasilien und China an der Verhandlungsführung. Sie werfen den dänischen Gastgebern mangelnde Transparenz vor. Zudem hätten sie den Delegierten die seit den frühen Morgenstunden in Kopenhagen zirkulierenden neue Entwürfe nicht vorgelegt. Rasmussen sagte dazu, die Welt erwarte vom Gipfel Taten. Stattdessen verzettele sich das Plenum in Verfahrensfragen.

Die Umweltminister bereiteten am Mittwoch weiter für die Staats- und Regierungschefs in zähen Beratungen den Boden. Vor der Schlussrunde der etwa 120 Staats- und Regierungschefs am Freitag wollen sich die Minister auf Entwürfe für die Grundzüge eines Klimaabkommens geeinigt haben. „Die Arbeitsgruppenarbeit ist heute um 7 Uhr morgens beendet worden“, sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen am Mittwoch. Es habe einige Verzögerungen gegeben, weil die Entwicklungsländer Bedenken gehabt hätten.

Auf Grundlage des Hedegaard-Papiers werde eine Gruppe von 25 Staaten einen Text für die Staats- und Regierungschefs ausarbeiten, die sich am Freitag zusammensetzen und abschließend abstimmen wollen. Für die Europäer sind laut Röttgen Deutschland, Schweden, Spanien, Großbritannien, Frankreich und Polen in der 25er Gruppe vertreten. Eine Vereinbarung von Kopenhagen müsse politisch bindend sein, sagte Röttgen, so dass sie innerhalb eines halben Jahres in einen völkerrechtlich bindenden Vertrag überführt werden könne.

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  • wann wird man eingestehen,dass man die Welt belügt,und mitteilt,dass in den letzten 9 Jahren die Temperatur auf diesem Globus wieder sinkt!!

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter böhmert

  • Globale Abkühlung hat eingesetzt. Wozu der ganze Zirkus noch? Datenfälschungen sind weltweit bekannt, auch wenn die deutsche Pressezensur kaum etwas durchgelassen hat. Die Absurdität könne kaum grösser sein. Ungläubig schaut das Publikum zu. Wie lange noch?

  • Climategate hat Kopenhagen erreicht. Die Wahrheit lässt sich nicht länger unter dem Teppich halten. Das Klimamärchen ist aus! Der Kaiser ist nackt - er hat ja garnichts an!

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