Kopenhagen
Republikaner will Obamas Klima-Mission sabotieren

Konservative Republikaner wollen auf dem Klimagipfel in Kopenhagen gegen US-Präsident Barack Obama und den "wissenschaftlichen Faschismus" Front machen. Der konservative Abgeordnete James Sensenbrenner will selbst zum Uno-Klimagipfel nach Kopenhagen reisen und den Weltführern die Blockade-Haltung des Kongresses klarmachen.
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HB WASHINGTON/BERLIN. Der konservative Abgeordnete James Sensenbrenner erklärte nach einem Bericht des Senders Fox News, er werde zum Klimagipfel reisen und den Weltführern klarmachen, dass der US-Kongress entgegen aller Versprechungen Obamas kein Gesetz zur Reduzierung der Treibhausgase verabschieden werde, bevor der "wissenschaftliche Faschismus" nicht ende.

Sensenbrenner hatte zuvor an den Chef des Weltklimarates, Rajendra Pachauri, geschrieben und gefordert, er solle gegen die Wissenschaftler vorgehen, deren Mails an die Öffentlichkeit gelangt waren. Ihre Studien dürften nicht in der allgemeinen Klimastudie verwendet werde, da aus ihren E-Mails hervorgehe, dass Daten manipuliert worden seien.

Auch der republikanische Abgeordnete Mike Pence erklärte am Dienstag, Obama solle sich beim Gipfel zurückhalten: "Mr Obama, machen Sie keine Versprechungen in Kopenhagen, die wir nicht halten können."

Gabriel fordert stärkeren Druck auf USA

Nur ein stärkerer internationaler Druck auf die USA könnte die Weltklimakonferenz in Kopenhagen nach Ansicht von SPD-Chef Sigmar Gabriel doch noch zum Erfolg führen. Amerika müsse verbindliche Klimaziele anerkennen, denn die aktuellen Vorschläge des US-Präsidenten Barack Obama entsprächen nur zehn Prozent dessen, was Deutschland tue und was eigentlich notwendig sei, sagte der ehemalige Umweltminister am Mittwoch im Südwestrundfunk. Wenn die Staatengemeinschaft nicht handele, werde alles viel teurer.

Die Menschen verlören jetzt schon ihre Heimat durch Ausbreitung der Wüsten, erklärte Gabriel. "Es gibt gigantische Flüchtlingsströme. Und deswegen ist jetzt zu investieren." Dies sei weit preiswerter als nichts zu machen.

Gabriel kritisierte, die Regierung habe vor, die zusätzlichen Mittel für den Klimaschutz bei der Armutsbekämpfung für die ärmsten Länder der Erde abzuziehen. Das sei eine Position, die ausgerechnet der deutsche Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) eingenommen habe. "Die würde, wenn Frau Merkel sie so vorträgt, in der Luft zerrissen werden. Ich kann nur hoffen, dass die Bundesregierung diesen Unsinn des derzeitigen Entwicklungshilfeministers nicht vorträgt."

Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer, sagte, auf dem Klimagipfel gelte es, die anderen Länder von der Notwendigkeit verbindlicher CO2-Minderungsziele zu überzeugen. "Die Welt braucht ein Klimaabkommen, welches außerdem vergleichbare Wettbewerbsbedingungen schafft, eine faire Lastenverteilung garantiert sowie Produktionsverlagerungen in Länder ohne Klimaschutz verhindert." Dies sei für den Industriestandort Deutschland und damit für wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand von entscheidender Bedeutung.

Deutschland und die EU stünden zu ihrer Verpflichtung, ihre Emissionen bis 2020 um 30 Prozent gegenüber 1990 zu senken, wenn auch die anderen Industrieländer vergleichbare Anstrengungen unternähmen, bekräftigte Pfeiffer. Klar sei aber auch: "Ohne eine deutliche Verpflichtung insbesondere der weltweit größten Emittenten China und USA wird es keinen wirksamen Klimaschutz geben."

Kommentare zu " Kopenhagen: Republikaner will Obamas Klima-Mission sabotieren"

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  • Diesen Herr Sensenbrenner sollte man wegen akuter
    Dummheit noch nicht mal in die Nähe Kopenhagens lassen .Leider denken noch viele Amerikaner genauso .
    intelligenz war noch nie eine große Stärke der amerikanischen Unter oder Mittelschicht .

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