Kopftuch-Debatte

Schottische Polizistinnen dürfen Hidschab tragen

Frankreich verbietet den Burkini, Deutschland die Burka teilweise – Schottland macht es umgekehrt: Polizistinnen dürfen dort künftig das islamische Kopftuch im Dienst tragen. Minderheiten sollen so gefördert werden.
Das Kopftuch ist immer wieder Gegenstand öffentlicher Debatten in westlichen Ländern. Schottland hält sich mit Verboten zurück. Quelle: dpa
Islamische Frauenkleidung

Das Kopftuch ist immer wieder Gegenstand öffentlicher Debatten in westlichen Ländern. Schottland hält sich mit Verboten zurück.

(Foto: dpa)

LondonPolizistinnen in Schottland dürfen künftig das islamische Kopftuch im Dienst tragen. Der sogenannte Hidschab werde zu einem „frei wählbaren Accessoire der Uniform“, teilte die schottische Polizei auf ihrer Website mit. Damit wolle sie muslimische Frauen ermutigen, sich für eine Laufbahn bei der Polizei zu bewerben. Bislang mussten Polizistinnen in Schottland die Zustimmung ihres Vorgesetzten einholen, wenn sie ein Kopftuch tragen wollten.

„Wie viele andere Arbeitgeber, vor allem im öffentlichen Dienst, wollen wir sicherstellen, dass unser Dienst die Gesellschaft repräsentiert, der wir dienen“, erklärte Polizeichef Phil Gormley. In diesem Jahr gehörten demnach nur 127 von insgesamt rund 4800 Bewerbern für die Polizeilaufbahn einer Bevölkerungsminderheit an.

In Nord- und Mittelengland, wo viele Muslime leben, ist britischen Beamtinnen bereits das Tragen von Kopftüchern erlaubt. In der Hauptstadt London steht es Polizistinnen schon seit 2001 frei, ihr Haar im Dienst mit einem Schleier zu verhüllen.

Verschleierungstaktik
Eine traditionelle Burka in Afghanistan
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Streit um Burka, Niqab und Co.: Unionsminister wollen ein Verbot der Vollverschleierung in Teilen des öffentlichen Lebens durchsetzen, etwa beim Autofahren, bei Behördengängen oder in der Universität. Die Debatte wird häufig unter dem Stichwort „Burka-Verbot“ geführt, dabei ist die Burka in Deutschland kaum verbreitet.

Frauen in Burka in Afghanistan
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Eine Burka ist eine Vollverschleierung: Sie verhüllt den ganzen Körper und das Gesicht, auch die Augen. Ein engmaschiges Gitter dient als Sichtschutz und verhindert den direkten Blickkontakt, zudem schränkt es das Sichtfeld der Trägerin stark ein.

Gesichtsschleier in Ägypten
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Weiter verbreitet in Deutschland als die Burka ist der zusätzlich zu Kopftuch und Ganzkörperverhüllung getragene „Niqab“, der das gesamte Gesicht bedeckt, jedoch die Augen freilässt. Einige Trägerinnen des „Niqab“ verbergen die Augen jedoch zusätzlich hinter einem halbtransparenten schwarzen Schleier.

Eine Britin mit Niqab
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Ein schmaler Schlitz lässt beim Niqab die Augen frei, wodurch er sich von der Burka unterscheidet. Verbreitet ist der Niqab auf der arabischen Halbinsel, aber auch im Irak, Syrien und Ägypten.

Eine Französin im Niqab
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Meist wird der Gesichtsschleier zusammen mit einem Tschador oder einem anderen Gewand getragen: Ein Tschador ist ein Tuch, das wie ein Umhang getragen wird und die Haare und den Körper bis zu den Füßen bedeckt.

Muslima mit Kopftüchern beim Fastenbrechen
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Am häufigsten sieht man in Deutschland muslimische Frauen mit Hidschab: Einem Kopftuch, das unter dem Kinn geknotet wird und Haare, Ohren, Hals und Schultern bedeckt. Das Gesicht bleibt beim Hidschab frei.

Muslima in Indonesien mit Chimar und Hidschab
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Zusätzlich zu Burka, Niqab und Hidschab werden verschiedene Varianten der Verschleierung getragen: Etwa der Chimar, eine Art Cape, das bis zur Taille reicht (links und rechts im Bild).

  • afp
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