Korea-Konflikt
Das Spiel mit dem Bösewicht

Die USA und China wollen Stabilität auf der koreanischen Halbinsel. Dafür würde Washington einen Sturz von Machthaber Kim Jong Un in Kauf nehmen. Für Peking wäre ein Zusammenbruch Nordkoreas dagegen ein Alptraumszenario.
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PekingIn der Nordkoreafrage wollen China und die USA im Wesentlichen dasselbe: Stabilität in der Region. Beide Großmächte sind darauf aus, dass Pjöngjang sich endlich auf Wirtschaft konzentriert statt auf Rüstung. Um so erstaunlicher, dass Washington und Peking weiterhin völlig uneins wirken. US-Politiker verlangen lautstark, dass China seine angebliche Unterstützung für Nordkorea zurückziehen soll. Die chinesische Führung wiederum kann sich auch angesichts steigender Kriegsgefahr nicht zu deutlicher Kritik an den Nachbarn durchringen.

Doch wenn zwei das gleiche wollen, ziehen sie nicht unbedingt an einem Strang. Denn die ganze Konfrontation sieht von Peking aus betrachtet ganz anders aus als von Washington. Peking hält einen nordkoreanischen Erstschlag für höchst unwahrscheinlich und sieht im Verhalten von Diktator Kim Jong Un nur den Versuch, sich im Inland als starker Mann zu profilieren. Nach außen will Kim ganz offensichtlich wirtschaftliche Zugeständnisse erpressen. Einen Krieg gegen die Amerikaner kann er dagegen unmöglich gewinnen. Es besteht aus chinesischer Sicht kein Grund zur Panik.

Chinas Umgang mit Nordkorea gleicht nun der Erziehungsmethode von Eltern, die es mit einem trotzigen, aggressiven Teenager zu tun haben. Xi will sich von Nordkorea nicht aus der Ruhe bringen lassen. Er will auf das Brüllen und Stampfen Kims hin nicht gleich Zugeständnisse machen. Er will erst einmal gelassen wirken und nicht gleich seinerseits böse werden – das wäre ein Zeichen von Schwäche.

Gegenüber den Hardlinern in seiner Partei muss Xi zudem den Eindruck vermeiden, den USA zu folgen. Nordkorea ist offiziell immer noch ein Partnerland und einer der letzten Staaten, in denen noch eine Kommunistische Partei (KP) regiert. Dieser Punkt wird viel unterschätzt, und er hat weitreichende Folgen für die jeweilige Strategie. Washington nimmt es mit seiner Außenpolitik durchaus in Kauf, dass Kim Jong Un und sein Regime stürzen. Die Folge wäre kurzfristig vermutlich eine Flüchtlingskatastrophe, doch die würde sich weit weg von den USA abspielen. Langfristig winken eine Wiedervereinigung mit Südkorea und damit eine Erweiterung des amerikanischen Bündnisnetzes.

Kommentare zu " Korea-Konflikt: Das Spiel mit dem Bösewicht"

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  • Sie sind schwer krank, bitte lassen Sie sich gruendlich behandeln und fuer den Notfall rate ich Ihnen in die schweiz zu gehen.

  • No country should be allowed to damage world peace or throw a region into chaos for selfish gains, President Xi Jinping said on Sunday.
    The remark shows China's determination to maintain regional peace as tensions in northeastern Asia run high, analysts said.
    "Countries - big or small, strong or weak, rich or poor - should all contribute their share in maintaining and enhancing peace," Xi said at the Boao Forum for Asia Annual Conference 2013, which attracted more than 2,500 political and economic leaders from around the globe.

    "China will never seek hegemony or expansionism," Xi said at the meeting.

    Asia Annual Conference 2013 in Boao, Hainan province, on Sunday, 2014.4.8

    Klare Ansage, klar Richtung, klare Sache. Die USA verlieren das Gesicht und Babyface geht als Sieger hervor. Das wird eine grosse Parade.

  • Kein Frieden mit dem Teuro
    (...)
    Natürlich weckt Nordkorea bei den Imvestoren Begehrlichkeiten, denn alles Land ist staatlich. Da würde man sich gerne mit dem gedruckten Geld breit machen. Nur kommen die nicht an der KP vorbei, denn deren Raketen erreichen die USA.
    Noch lieber würde man natürlich Putin absägen über die 600 NGOs und die Oligarchen. Um ebenda das Land und die Bogenschätze zu plündern.
    Faktisch sind die USA am Ende. Sie müssen Krieg führen, das ist das einzige Geschäft, welches sie verstehen, um sich im Land den Wohlstand zu erhalten. Sonst ist der Bürgerkrieg unausweichlich und die USA zerfallen. Punkt.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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