Korea-Konflikt
Kim guckt sich Insel als Angriffsziel aus

Die südkoreanische Insel Baengnyong soll laut Kim Jong-Un das erste Ziel bei einem Angriff sein. Seine Armee stimmte Nordkoreas Machthaber darauf ein, den „Feinden das Kreuz zu brechen und die Kehle durchzuschneiden“.
  • 35

PjöngjangMit martialischen Worten hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-Un einen Angriff auf die südkoreanische Insel Baengnyong angedroht. Die kleine Insel nahe der Seegrenze zwischen dem Norden und der Süden werde im Falle eines bewaffneten Konflikts das erste Ziel der nordkoreanischen Armee sein, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag Kim. Wenn der Befehl zum Angriff erteilt worden sei, „müsst ihr den verrückten Feinden das Kreuz brechen, die Kehle durchschneiden und ihnen so klar zeigen, was ein echter Krieg ist“, sagte Kim demnach bei einem Kasernenbesuch weiter.

Der besuchten Artillerieeinheit befahl Kim demnach, die Insel in ein „Meer von Flammen“ zu verwandeln. Vorrangige Angriffsziele seien unter anderem Radarstellungen und Raketenwerfer.

Ein Verwaltungsbeamter auf Baengnyong sagte, die Notunterkünfte auf der Insel seien vorbereitet, alle Dorfversammlungen seien im Alarmzustand. Es gebe zwar keinen „Massenexodus“ auf die Hauptinsel, aber „wir haben ein bisschen Angst“, fügte er hinzu. Auf der Insel leben rund 5000 Menschen, zudem gibt es dort mehrere militärische Einrichtungen.

Im Süden nahm die Sorge über einen Konflikt mit dem Norden zuletzt zu: Nachdem die Uno als Reaktion auf den jüngsten Atomtest Nordkoreas neue Sanktionen verhängt hatte, verkündete Pjöngjang einen Ausbau seines Atom- und Raketenprogramms an. Anschließend drohte Kim Jong-Un mit einem atomaren Erstschlag gegen die USA sowie andere „Aggressoren“ und kündigte den Nichtangriffspakt mit Südkorea von 1953 auf und drohte. Für zusätzlichen Zündstoff sorgte ein Großmanöver südkoreanischer und US-amerikanischer Truppen, das am Montag begann. Es beruht größtenteils auf Computersimulationen und probt den Kriegsfall zwischen Nord- und Südkorea. Die USA haben im Süden der koreanischen Halbinsel 28.500 Soldaten stationiert.

Unmittelbare Kriegsgefahr sehen Beobachter noch nicht. Experten weisen darauf hin, dass Pjöngjang das Abkommen in den vergangenen 20 Jahren etwa ein Dutzend Mal für nichtig erklärt hat. Nach Ansicht der Vereinten Nationen bleibt der Waffenstillstand weiterhin in Kraft. Sprecher Martin Nesirky sagte in New York, das Abkommen sei von der UN-Vollversammlung angenommen worden und weder Nord- noch Südkorea könnten es einseitig aufheben. Er fügte hinzu, bislang seien seit Nordkoreas Ankündigung noch keine praktischen Veränderungen auf der koreanischen Halbinsel festgestellt worden.

Seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 gibt es zwischen den beiden Staaten keinen Friedensvertrag. Nordkorea hat sich nahezu komplett abgekapselt, Südkorea vertraut auf ein Bündnis mit den USA, die 28.500 Soldaten in dem asiatischen Land stationiert haben.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Korea-Konflikt: Kim guckt sich Insel als Angriffsziel aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @Kamich. Glauben Sie wirklich, dass das Leben in einer Diktatur so nett und angenehm ist? Glauben Sie wirklich, dass man dort keine Armut hat, dass die Menschen sich glücklich fühlen. Es ist unglaublich egoistisch zu meinen, die alle sollen in einer der brutalsten Diktaturen krepieren, hauptsächlich uns geht es gut. Uns gut, denn wir haben es verdient, denn wir wissen wie es geht(!?) Unfassbar! Vergessen Sie nicht, wenn Sie oder Ihre Vorfahren nicht befreit worden wären, dann hätten Sie noch heute am 20. April heilen MÜSSEN, möglicherweise wären Sie in einem der geplanten Kriege gefallen. Sie hätten den Mund nicht so straflos aufmachen können, wie Sie es heute tun. Abweichende Meinung hat man meistens dann, wenn man sich sicher ist der diktatorischer Sippe anzugehören.

  • eigentlich Keines !

  • irgendwie scheint der junge Mann "nicht alle Tassen im Schrank" zu haben. Aber ich glaube, dass den grossen
    Worten keine allzu grossen Taten folgen, hoffentlich !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%