Korea-Konflikt Nordkorea droht mit Atomwaffen-Einsatz

Nordkorea droht offen mit einem Atomangriff auf die USA. Die Amerikaner reagieren und schicken ein Raketenabwehrsystem in den Pazifik. Auch die Chinesen sind besorgt – und bereiten sich auf einen möglichen Einsatz vor.
Update: 04.04.2013 - 09:01 Uhr 18 Kommentare

Nordkorea droht weiter

Pyöngjang/Seoul/Washington/PekingNordkorea hat seine Kriegsrhetorik abermals verschärft: Ein Atomangriff auf die USA sei endgültig genehmigt worden, teilte der Generalstab der nordkoreanischen Volksarmee am Donnerstag mit. Zudem blockierte die Führung in Pjöngjang den zweiten Tag in Folge den Zugang für Südkoreaner zum gemeinsam betriebenen Industriekomplex Kaesong.

Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap und die japanische Zeitung „Asahi Shimbun“ übereinstimmend berichten, habe Nordkorea bereits eine Mittelstreckenrakete an die Ostküste des Landes verlegt. Diese Rakete vom „Musudan“ kann zwar nicht das amerikanische Festland erreichen, wohl aber die US-Stützpunkte in Südkorea. Eine Bestätigung hierfür steht noch aus.

„Wir informieren das Weiße Haus und das Pentagon formell darüber, dass die ständig eskalierende feindselige Politik der USA gegen die Demokratische Volksrepublik Nordkorea und die rücksichtslose nukleare Bedrohung niedergeschmettert werden vom starken Willen der vereinigten Streitkräfte und des Volkes sowie mit neuen, kleineren, leichteren und unterschiedlichen nuklearen Mitteln“, hieß es in der Erklärung. Die USA sollten deswegen die aktuelle schwerwiegende Lage noch einmal überdenken.

Washington forderte Pjöngjang auf, seine Kriegsrhetorik einzustellen. Die jüngste „in einer langen Reihe von provokativen Erklärungen dient nur dazu, Nordkorea weiter vom Rest der internationalen Gemeinschaft zu isolieren und sein Ziel der wirtschaftlichen Entwicklung zu unterminieren“, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden, in Washington. „Nordkorea sollte seine provokativen Drohungen einstellen und sich stattdessen auf die Einhaltung seiner internationalen Verpflichtungen konzentrieren.“

Auch China, einer der letzten Verbündeten Pyöngjangs, ist höchst beunruhigt über die Eskalation auf der koreanischen Halbinsel. „Die Generäle machen sich große Sorgen“, sagt eine Quelle mit langjährigen, persönlichen Beziehungen zu hohen Militärs. Angesichts des Säbelrasselns des jungen Militärführers Kim Jong Un und der großen Spannungen werde befürchtet, dass ein dummer Zufall eine Konfrontation auslösen könnte „und Nordkorea in Flammen steht“. Für diesen Fall gebe es Planungen, sagt die Quelle der Nachrichtenagentur dpa in Peking: Chinesische Streitkräfte sollten schnell versuchen, die nuklearen Anlagen in Nordkorea unter Kontrolle zu bringen und zu sichern, um Schlimmeres zu verhindern.

54.000 Nordkoreaner arbeiten für die Kapitalisten
huGO-BildID: 30464055 South Korean vehicles wait to head to the North Korean city of Kaesong at the customs, immigration and quarantine office in Paj
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Kein Durchkommen gibt es derzeit für die Südkoreaner, die an ihre Arbeitsplätze jenseits der Grenze wollen. Der Norden verweigert ihnen seit Mittwoch die Einreise in den gemeinsam betriebenen Industriekomplex Kaesong.

North Korea threatenes to close the Kaesong industrial park
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Der Industriekomplex liegt in Nordkorea etwa zehn Kilometer von der Grenze zu Südkorea entfernt. Er wurde 2004 als Projekt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der beiden Staaten gegründet. Während der vorangegangenen Krisen auf der koreanischen Halbinsel hatten beide Seiten stets darauf geachtet, das Symbolprojekt nicht dauerhaft zu beschädigen.

South Korean security guards keep watch as South Korean trucks return to South Korea's CIQ (Customs, Immigration and Quarantine) after they were banned from entering the Kaesong industrial complex in North Korea, in Paju
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Doch jetzt ist die Grenze dicht. Wie lange die Sperre andauern soll, ist völlig unklar. Zuletzt war südkoreanischen Arbeitern im März 2009 wegen eines US-südkoreanischen Manövers kurzzeitig die Einreise verweigert worden. Nach einem Tag wurde die Sperre wieder aufgehoben.

A South Korean employee working at the Kaesong Industrial Complex (KIC), speaks to the media upon his arrival at South Korea's CIQ (Customs, Immigration and Quarantine) office, in Paju
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Die Journalisten stürzten sich auf die Arbeiter, die üblicherweise nach Kaesong fahren. Ein Regierungssprecher in Seoul bezeichnete die Entscheidung Pjöngjangs als „sehr bedauerlich“. Priorität habe aber zunächst die Sicherheit der Südkoreaner, die sich noch in dem auf nordkoreanischer Seite gelegenen Industriekomplex befinden.

SOUTH KOREA NORTH KOREA TENSION
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Die Regierung in Seoul geht laut Sprecher davon aus, dass alle ihre Staatsbürger sicher zurückkehrten. Dennoch wurden die Truppeneinheiten in Grenznähe von den Vorfällen unterrichtet. Es sei ein Notfallplan erarbeitet worden, erklärte Verteidigungsminister Kim Kwan Jin am Mittwoch. Sollte sich eine „ernste Lage“ ergeben, sei auch eine Militäraktion denkbar, um die Sicherheit der südkoreanischen Arbeiter zu gewährleisten.

North Korea bars South Korean workers from entering industrial pa
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Rund 860 Südkoreaner sollen sich noch im Norden aufhalten. 484 Pendlern wurde die tägliche Einreiseerlaubnis verweigert.

A businessman changes his South Korean license plate to one authorized by North Korea before leaving the South's CIQ in Paju
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Wie dieser Geschäftsmann wechseln die Südkoreaner üblicherweise das Nummernschild an ihren Autos und befestigen die Lizenz, die es ihnen erlaubt sich in der Sonderwirtschaftszone aufzuhalten.

„Niemand spricht von der Gefahr, dass in Nordkorea so etwas wie in Fukushima passieren könnte“, habe einer der Generäle jüngst in einem vertraulichen Gespräch gewarnt. Die chinesischen Streitkräfte bereiten sich nach seinen Angaben auch darauf vor, größere Flüchtlingsströme an der koreanisch-chinesischen Grenze zu bewältigen. Nichts davon wird allerdings offiziell bestätigt. Fast gebetsmühlenartig ruft Chinas Regierung nur alle Parteien zur Zurückhaltung und zum Dialog auf. „Die Situation auf der Halbinsel ist derzeit heikel und schwierig“, sagt der Sprecher des Außenministeriums, Hong Lei.

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18 Kommentare zu "Korea-Konflikt: Nordkorea droht mit Atomwaffen-Einsatz"

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  • Wer hat Nordkorea wirtschaftlich und politisch schwer verärgert?

    Sehr Besorgniserregend sind die Tatsachen, dass die Industrie nahe der Grenze zu Südkorea geschlossen wird und Nordkorea zum Atomaren Krieg aufruft. Die Bedrohung gen USA kann ja nicht ernst gemeint sein.

    Die militärische Übermacht der Vereinigten Staaten von Amerika ist erdrückend. Hat Nordkorea Atomare Rucksackbomben und Atombomben in den USA platziert? Anders kann der übermütige Wahnsinn von Nordkorea nicht erklärt werden. Die Atomaren Rucksackbomben würden für jedes Land eine besondere Bedrohung darstellen. Die Geheimdienste werden das Bedrohungspotential von Nordkorea schlüssig einschätzen.

    Verhandlungen müssen für Entspannung sorgen. Missverständnisse sollten so schnell wie möglich ausgeräumt werden. Ein Atomarer Krieg ist keine Lösung von Problemen. Das führt wiederum zu der oben stehenden Frage.

  • Die Welt kann beruhigt sein. Es ist eine Tatsache, dass weltweit keine einzige A-Bombe mehr funktioniert. Zum Wohle ALLER!

  • Obama soll den "Dicken" doch mal ins Disneyland einladen
    und mit Ihm eine Runde Achterbahn fahren und anschließend
    mal in der Airforce-One einmal über New York düsen.
    Glaube dann ist viele wieder in Ordnung.

  • So schlimm ein begrenzter militärischer Angriff Nordkoreas
    und seine Folgen auch sein mögen ,er wird vieleicht dazu
    führen das durch Gegenschläge Amerikas und Südkoreas die
    irre Regierung im Norden zerschlagen wird .China wird sich hüten,dagegen etwas zu unternehmen ,da auch sie wissen ,das diese dumme Regierung nur Unfrieden in die Region bringt.

  • "Chinesische Streitkräfte sollten schnell versuchen, die nuklearen Anlagen in Nordkorea unter Kontrolle zu bringen und zu sichern, um Schlimmeres zu verhindern."

    Heißt: Wir Chinesen werden auf jeden Fall mit unserer Armee in Nordkorea stehen, um einen eventuellen Vorstoß der Südkoreaner/Amerikaner zu stoppen.

    Die Koreaner sind nur die Marionetten im Kampf der Giganten...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Die Bürgerinnen und Bürger von Nord-Korea tun mir richtig leid! Laut Berichten und Studien flüchten jedes Jahr tausende Menschen - mit mehr oder weniger Erfolg. Weiterhin wünsche ich die Regierung in NK bzw. der ganzen Fernost dass sich die Gemüter beruhigen. Macht der Medien, gut & böse hin oder her... atomarer Kriegsführung ist langfristig sehr ungesund... hoffe dass Kim Jong Un sein Pubertät schneller vorbei ist, als 2-3 Battlegroups der US-Navy vor der Küste Koreas aufkreuzen.

  • Die Bürgerinnen und Bürger von Nord-Korea tun mir richtig leid! Laut Berichten und Studien flüchten jedes Jahr tausende Menschen - mit mehr oder weniger Erfolg. Weiterhin wünsche ich die Regierung in NK bzw. der ganzen Fernost dass sich die Gemüter beruhigen. Macht der Medien, gut & böse hin oder her... atomarer Kriegsführung ist langfristig sehr ungesund... hoffe dass Kim Jong Un sein Pubertät schneller vorbei ist, als 2-3 Battlegroups der US-Navy vor der Küste Koreas aufkreuzen.

  • Meine Prognose:

    Der Ölpreis wird zum Jahresende so hoch stehen, wie noch nie...

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