Korea-Konflikt
Nordkorea provoziert nun auch China

Nordkorea will seine Atomanlage in Yongbyon zur Herstellung von Plutonium wieder hochfahren. Damit brüskiert Kim Jong-Un seinen letzten Verbündeten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert internationale Verhandlungen.
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SeoulUN-Generalsekretär Ban Ki Moon sieht Nordkorea auf einem „Kollisionskurs mit der internationalen Gemeinschaft“. Die aktuelle Krise sei „bereits zu weit gegangen“, sagte Ban am Dienstag mit Blick auf die eskalierenden Spannungen angesichts der fast täglichen Kriegsdrohungen Pjöngjangs gegen Südkorea und die USA. Der UN-Chef sprach sich für unverzügliche internationale Verhandlungen aus. Er sei aber „überzeugt, dass keiner vorhat, Nordkorea anzugreifen.“

Vor Bans Äußerungen hatte Nordkorea den Konflikt um sein Atomwaffenprogramm weiter angeheizt. Das kommunistische Land kündigte am Dienstag an, seinen abgeschalteten Fünf-Megawatt-Reaktor im Nuklearzentrum Yongbyon wieder in Betrieb nehmen zu wollen. Sämtliche Anlagen in Yongbyon, eingeschlossen des Reaktors und einer Anlage zur Urananreicherung, sollen „angepasst und neugestartet“ werden, zitierten die Staatsmedien die Generalabteilung für Atomenergie. Die Atomstreitmacht solle „in Qualität und Quantität“ verstärkt werden, zugleich solle die akute Stromknappheit behoben werden.

In dem Reaktor in Yongbyon hatte Nordkorea waffentaugliches Plutonium hergestellt. Im Rahmen einer Vereinbarung von 2007 zwischen Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Russland wurden wesentliche Teile der Atomanlagen unbrauchbar gemacht. Die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA bestätigten nach einer Besichtigung im Juli 2007, dass der Reaktor abgeschaltet wurde. Als sichtbares Zeichen für den Abbau seines Atomprogramms sprengte Nordkorea im Juni 2008 den Kühlturm des Reaktors. Im Gegenzug für den Ausstieg aus dem Atomprogramm sollte das ostasiatische Land ausländische Hilfen und Sicherheitsgarantien erhalten.

Nach Angaben der Internetseite Globalsecurity.org besteht der Komplex rund hundert Kilometer nördlich der Hauptstadt Pjöngjang aus einem fünf Megawatt starken Forschungsreaktor sowie Zentren zur Aufbereitung von Plutonium und Brennstäben. Der Ausbau der Anlage mit einem weiteren 50-Megawatt-Reaktor wurde bis heute nicht vollendet.


Dass Nordkorea seine umstrittene Atomanlage in Yongbyon wieder hochfahren will, ist für China ein Schlag ins Gesicht: Eigentlich hatte die Regierung in Peking angekündigt, die Gespräche über eine atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel wieder in Gang bringen zu wollen. Die Entscheidung sei bedauerlich, erklärte am Dienstag der Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Der neue Vorfall verdeutlicht einmal mehr, was sich seit Monaten abzeichnet: Der früher so enge Verbündete Nordkorea zerrt immer mehr an Chinas Nerven.

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  • Drei mal Schwarzer Kater, alle Besinnen sich und Nordkorea hat nen neuen Stromerzeuger auf kosten der Westmächte.
    Strategisches Geplänkel des Geliebten.

  • "Nordkorea und Südkorea würden gerne wieder zu einem Land verschmelzen wie die Deutschen."
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    Wenn das, was ich gelesen habe, stimmt, legen die Südkoreaner darauf überhaupt keinen Wert mehr, nachdem sie die Kosten hier in Deutschland gesehen haben. Wer holt sich schon freiwillig ein Armenhaus mit 24 Millionen Einwohnern ins Land? Das völlig heruntergewirtschaftete Nordkorea würde den Süden ein Mehrfaches der 2 Billionen kosten, die uns die Wiedervereinigung gekostet hat.

  • @Zwahlen

    Das Muster ist ok, aber das andere stimmt so nicht. Anfang der 80er Jahren haben sich 3 Industriekapitäne in einem Geheimtreffen zusammengesetzt und ein politisches Manifest entwickelt, wie Europa umgestaltet werden sollte. Danach kam's zu einem Treffen von 45 Konzernchefs und die unterstützten das Manifest.
    Das Manifest wanderte in die Hände des Komissionspräsidenten Jaques Delore und der gab den Plan auf einer Rede 1985 als seinen eigenen aus. (letzteres kann man nachlesen auf Wikipedia)

    The Brussels Business DOKU 2013 - Wer regiert die EU wirklich? - YouTube

    http://www.youtube.com/watch?v=9B5RP2N_Fto

    Brüssel wird regiert von einer Mafia - einem Kartellregime, welches die europäischen Politiker erst erpresst und dann gekauft hat.

    1986 ratifizierte Helmut Kohl das Schengener Abkommen, 1990 brach die Sowjetunion - perfekt vorbereitet - zusammen, 1991 ratifizierte Helmut Kohl den Maastricht Vertrag und das Parlament ermächtigte sich selber mit Art. 23 Grundgesetz.
    Helmut Kohl war nicht nur in etliche Korruptionsskandale verwickelt, das ist sprichwörtlich. Weniger bekannt ist, dass er sein politisches Leben im Dienste der Pharma-Industrie gestanden hat.

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