Korea-Konflikt
Nordkorea will Atominspekteure ins Land lassen

Kurz vor Beginn des umstrittenen Manövers der südkoreanischen Armee im Gebiet der Insel Yeonpyeong hat Nordkorea überraschend ein Zeichen der Entspannung gegeben. In Gesprächen mit einem US-Unterhändler signalisierte die Führung in Pjöngjang Bereitschaft, internationalen Atominspekteuren wieder Zugang zu den Atomanlagen des Landes zu gewähren.
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HB SEOUL. Im Streit um sein Atomprogramm hat sich Nordkorea nach einem Medienbericht überraschend bereiterklärt, wieder internationale Atominspekteure ins Land zu lassen. Außerdem wolle das kommunistische Land über den Verkauf von 12 000 atomaren Brennstäben ins Ausland, vielleicht auch nach Südkorea, verhandeln, berichtete der US-Nachrichtensender CNN am Montag auf seiner Webseite. Aus den Brennstäben könnte Nordkorea ausreichend Plutonium für den Bau von mehreren Atombomben gewinnen.

Nordkorea habe diesen Schritten nach Diskussionen mit dem Gouverneur des US-Bundesstaates New Mexico, Bill Richardson, zugestimmt. Richardson war in den vergangenen Tagen als Teil inoffizieller Bemühungen um eine Entspannung des Konflikts auf der koreanischen Halbinsel in Pjöngjang. Nordkorea hatte im April 2009 die sogenannten Sechs-Länder-Gespräche über ein Ende seines Atomprogramms einseitig abgebrochen und internationale Atominspekteure des Landes verwiesen.

Unterdessen hat Südkoreas Militär mit dem umstrittenen Manöver im Gebiet der Insel Yeonpyeong begonnen, die Übungen aber nach etwa eineinhalb Stunden für beendet erklärt. Die Bewohner der Insel wurden am Montag vorsorglich aufgefordert, Luftschutzbunker aufzusuchen. Nordkorea hatte den Süden im Falle eines Manövers mit scharfer Munition in den umstrittenen Gewässern vor einer „Katastrophe“ gewarnt.

In der Nacht hatten sich die Länder im UN-Sicherheitsrat in New York trotz der deutlichen Zuspitzung des Konflikts nicht auf eine gemeinsame Haltung in dem Streit einigen können. Nordkorea hatte am Wochenende die Alarmbereitschaft seines Militärs in Erwartung der angekündigten Militärübung in dem umstrittenen Seegebiet erhöht. Russland und China forderten von Südkorea den Verzicht auf das Manöver mit scharfer Munition.

Die USA erklärten nach der Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates, es sei unwahrscheinlich, dass die Differenzen zwischen den 15 Mitgliedern überbrückt werden könnten. Das Gremium war auf Wunsch Russlands zusammengekommen.

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