Korea-Konflikt
Nordkoreas Härte in Kaesong bedroht Investoren

Seit zwei Wochen ist der Industriepark Kaesong, der von Nord- und Südkorea gemeinsam betrieben wird, geschlossen. Vielen südkoreanischen Firmen droht nun der Bankrott. Doch die Wiederöffnung ist äußerst fraglich.
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SeoulDie südkoreanischen Unternehmer scharren mit den Füßen, aber es ist ihnen kaum mehr geblieben als die vage Hoffnung auf die baldige Wiedereröffnung des Industrieparks Kaesong – einem Gemeinschaftsprojekt von Nord- und Südkorea, dem der Norden Anfang April ein abruptes vorläufiges Ende gemacht hat. Seit dem 3. April ist für Südkoreaner die Grenze wieder dicht, und eine Woche später hörten die nordkoreanischen Arbeiter auf, zur Arbeit zu kommen. Die Bänder stehen still und immer mehr südkoreanische Investoren sind von der Pleite bedroht.

Dabei galt der Industriekomplex als das Vorzeigeprojekt einer Annäherung des marktwirtschaftlich geprägten Süden Koreas und des kommunistischen Nordens. Dem bitter armen Nordkorea sollte die Sonderwirtschaftszone heiß ersehnte Devisen ins Land bringen, und südkoreanische Firmen profitierten von den geringen Löhnen für die rund 53 000 nordkoreanischen Arbeitskräfte. Seit 2003 investierten südkoreanische Firmen Millionen in den Komplex, der auf nordkoreanischem Territorium, unmittelbar hinter der innerkoreanischen Grenze und nur 70 Kilometer von der südkoreanischen Hauptstadt Seoul liegt.

Die Wege sind auch für die nordkoreanischen Arbeiter kurz: Der Industriepark liegt vor den Toren der drittgrößten nordkoreanischen Stadt Kaesong.

Rund 120 südkoreanische Firmen siedelten sich hier an, vor allem aus der Bekleidungsindustrie und dem Elektronikbereich. Das Investitionskapital und die Rohstoffe kamen aus dem Süden über die Grenze, die Arbeitskraft an den Bändern aus dem Norden. Anfang April schaukelten sich jedoch die Spannungen zwischen den Koreas so sehr auf, dass Nordkorea den Stecker zog und den Südkoreanern den Zugang zum Park verwehrte. Jetzt, in der dritten Woche nach der Schließung, werden die Manager der Firmen aus dem Süden langsam ungeduldig.

„Wir haben den Industriekomplex Kaesong im Schweiße unseres Angesichts aufgebaut“, sagt Han Jae Kwon, Chef des Verbandes, der die Firmen im Park vertritt. Man habe auf die Zusagen vertraut, frei arbeiten zu können. „Richtig tragisch und traurig ist es, dass uns jetzt der Zugang zu unseren eigenen Fabriken verwehrt wird“, beschwert sich Han.

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„Ich kann auf Kaesong nicht verzichten“

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  • @Steinweg

    Ihre hasserfullte Stellungsnahme konnen Sie gern fur sich behalten. (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Es kann doch nicht sein, dass Nord-Korea seine Buerger wie Tiere haelt. Es muss doch auch von den Nordkoreanischen Arbeitnehmern, die durch den Kontakt mit Sued-Koreas ja profitiert haben muessen, eine zitierbare Stellungnahme geben.

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