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Korea-Konflikt: USA verschieben Raketentest

Wegen der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hat die US-Regierung einen für kommende Woche geplanten Raketentest vorerst auf Eis gelegt. Derweil warnt Südkorea den Norden mit drastischen Worten vor einem Angriff.

Washington/SeoulDie US-Regierung bemüht sich um eine Beruhigung des eskalierten Konflikts mit Nordkorea. Das Verteidigungsministerium in Washington verschob am Samstag den für kommende Woche geplanten Test einer Interkontinentalrakete auf einer Armeebasis in Kalifornien.

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Aus Sorge, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verschärfen, habe Minister Chuck Hagel, den lange geplanten Flug der Rakete vom Typ „Minuteman 3“ auf Mai zu verschieben - aus Sorge, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verschärfen, hieß es aus Militärkreisen. Die USA verfügen über rund 450 Interkontinentalraketen vom Typ „Minuteman 3“ mit Atomsprengköpfen, die in unterirdischen Silos lagern.

Nordkoreas Verbündete

  • China

    Die Volksrepublik ist mit Abstand Nordkoreas größter Exportpartner. Nicht in den Statistiken tauchen umfangreiche Nahrungsmittel- und Energiehilfen auf. Peking hat mehr Einfluss auf Pjöngjang als jeder andere Staat. Allerdings hat auch China Nordkoreas dritten Atomtest verurteilt und den jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats zugestimmt - das zeigt die Verärgerung über den jungen Machthaber Kim Jong Un.

    Als Gastgeber organisierte Peking mehrere Runden der Sechs-Parteien-Gespräche zwischen Nordkorea, China, den USA, Südkorea, Japan und Russland. Für ein Ende des Atomwaffenprogramms standen diplomatische Zugeständnisse und Wirtschaftshilfen in Aussicht. Doch Nordkorea ließ die Verhandlungen 2009 platzen und setzt bis heute allein auf Konfrontation.

  • Iran

    Nordkorea ist seit Jahren ein wichtiger Waffenlieferant für Teheran. Nach Angaben der Vereinten Nationen exportierte Pjöngjang auch für Atom-Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran. 2012 vereinbarten das Mullah-Regime und die kommunistische Diktatur eine noch engere Zusammenarbeit. Zu diesem Zweck unterzeichneten Vertreter beider Länder mehrere Kooperationsabkommen im Technologiebereich. Konkret geht es um Energie, Umwelt, Landwirtschaft und Lebensmittel, eine engere Zusammenarbeit bei der Forschung sowie um Austauschprogramme für Studenten.

  • Russland

    Pjöngjang steht in Moskau noch aus sowjetischer Zeit mit rund elf Milliarden US-Dollar in der Kreide. Das Verhältnis der einst engen Verbündeten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich abgekühlt. Noch im Sommer 2011 wollten der damalige Kremlchef Dmitri Medwedew und der bereits von Krankheit geschwächte nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il neuen Schwung in die Beziehungen bringen. Sie kündeten zahlreiche gemeinsame Projekte an, doch blieb es meist bei Absichtserklärungen. So scheiterte auch der Bau einer Pipeline, die russisches Erdgas über nordkoreanisches Gebiet nach Südkorea transportieren sollte.

  • Kuba

    Nordkorea und Kuba kooperieren unter anderem in den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Biotechnologie. Seit 1960 gibt es diplomatische Beziehungen zwischen Havanna und Pjöngjang. Auf den Tod des „Genossen Kim Jong Il“ im Dezember 2011 reagierte Kubas Regierung mit einer dreitägigen Staatstrauer.

Der Raketentest stand in keinem Zusammenhang mit dem derzeit laufenden jährlichen Großmanöver amerikanischer und südkoreanischer Soldaten in der Krisenregion, das die kommunistische Führung Nordkoreas zuletzt scharf kritisiert hatte. An der wochenlangen Übung nehmen bis zum Monatsende auch US-Kriegsschiffe, Langstreckenbomber und Kampfjets mit Tarnkappenfunktion teil. Die USA haben 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert.

Südkorea hingegen drohte dem kommunistischen Regime in Pjöngjang am Sonntag im Falle eines Angriffs mit schwerer Vergeltung. „Wenn ein lokaler Krieg ausbricht, muss Nordkorea mit schwerer Vergeltung rechnen“, sagte der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Kim Jang Soo, laut Nachrichtenagentur Yonhap. Derzeit gebe es indes keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff.

Nordkorea

Südkorea geht nach den Worten Kims davon aus, dass Nordkorea ehestens an diesem Mittwoch eine Rakete starten könnte. Darauf deute die Kriegsrhetorik des Regimes hin. Jüngst hatte in Pjöngjang die Botschafter mehrerer Länder vor möglichen Gefahren gewarnt. Nach Angaben Großbritanniens teilte Nordkorea mit, „im Falle eines Konflikts nach dem 10. April“ - also Mittwoch - die Sicherheit ausländischer Diplomaten nicht mehr sicherstellen zu können.

Pjöngjang hatte den USA und Südkorea mit Atomschlägen gedroht, den „Kriegszustand“ erklärt und auch mindestens eine Rakete an seine Ostküste verlegt - wahrscheinlich eine noch nicht fertig getestete Rakete vom Typ „Musudan“ mit einer Reichweite von rund 2800 Kilometern. Nordkorea hatte Mitte Februar seinen dritten unterirdischen Atomtest durchgeführt, was verschärfte Sanktionen der Vereinten Nationen nach sich zog.

  • 08.04.2013, 10:23 UhrRumpelstilzchenA

    Die Besatzungsmacht Russland hat Deutschland verlassen. Die Besatzungsmacht Amerika ist geblieben!

  • 07.04.2013, 14:14 UhrHarlemjump

    @achim1951:
    Ich frage mich ernstlich was haben 28500 Amerikanische Soldaten in Korea zu suchen????
    .............................................

    Ganz simple Anwort, die evtl. auch Sie verstehen.

    Die Amerikaner sind dort, weil Süd-Korea es will und nicht vom Norden überrannt werden möchte!

    Geschichtliche Parallele: Wären die Amerikaner nicht nach dem 2. WK in Deutschland geblieben, hätten die Russen damals Berlin eingenommen und evtl. Westdeutschland überrannt.

  • 07.04.2013, 13:54 UhrGast

    "Ich frage mich ernstlich was haben 28500 Amerikanische Soldaten in Korea zu suchen????"

    Maneuver direkt im Grünstreifen vor der Haustür eines hochgebildeten Psychopathen ausführen.

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