Korruptionsaffäre
Brasilianische Top-Manager festgenommen

Brasiliens Korruptionsaffäre weitet sich aus: Die Polizei nimmt Top-Manager fest und durchsucht Unternehmen. Ein Hauptverdächtiger belastet Präsidentin Dilma Rousseff – sie habe von den illegalen Finanzaktionen gewusst.
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Rio de JaneiroDie Korruptionsaffäre um den staatlich kontrollierten Ölkonzern Petrobras schlägt in Brasilien immer höhere Wellen. Die Polizei durchsuchte am Freitag sieben große Unternehmen und nahm Topmanager der Firmen fest. Nach offiziellen Angaben gab es mehr als 20 Festnahmen. Die Behörden erließen Dutzende Haft- und Fahndungsbefehle. Zudem wurden 720 Millionen Reais (225 Mio. Euro) von 36 Tatverdächtigen gesperrt.

Bei der als „Petrolão“ bekannten Affäre geht es um illegale Finanzaktionen bei Petrobras, die sich auf zehn Milliarden Reais (rd. 3,1 Mrd. Euro) summieren sollen. Die Ermittler sehen Hinweise auf Geldwäsche, Veruntreuung, Kartellbildung und Korruption.

Unter anderem sollen von 2004 bis 2012 durch überhöhte Vertragsabschlüsse bei Petrobras-Projekten Geldmittel an politische Parteien geflossen sein, vor allem an die regierende Arbeiterpartei PT der Präsidentin Dilma Rousseff.

Einer der Hauptverdächtigen ist der Ex-Petrobras-Manager Paulo Roberto Costa, der bereits im März festgenommen worden war. Nach dessen Aussagen waren bei Aufträgen bis zu drei Prozent der jeweilige Vertragssumme für Parteien bestimmt.

Costa hatte auch Rousseff und ihren Vorgänger Luiz Inácio Lula da Silva belastet. Beide hätten über das System Bescheid gewusst. Diese Behauptungen hatte Rousseff, die am 26. Oktober die Stichwahl knapp vor ihrem Herausforderer von der Opposition gewann, vehement zurückgewiesen.

An dem Großeinsatz waren am Freitag mehr als 300 Polizeibeamten und über 50 Mitarbeiter der Finanzbehörden in fünf Bundesstaaten und im Hauptstadtbezirk Brasília beteiligt.

Nach Angaben des leitenden Polizeibeamten Igor Romário de Paula liegt gegen die durchsuchten Firmen, die Verträge im Umfang von 59 Milliarden Reais (18,4 Mrd. Euro) mit Petrobras haben, „robustes (Beweis-)Material“ vor. Das sei ausreichend, um deren Verwicklung in die Bildung von Kartellen und die Veruntreuung von Geldern zur Bestechung öffentlicher Funktionsträger nachzuweisen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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