Korruptionsbekämpfung
EU knickt gegenüber Serben ein

Die Europäische Union gibt in Bosnien-Herzegowina dem massiven Druck der serbischen Teilrepublik Republika Srpska nach. Serbiens Regierungschef Milorad Dodik hatte mit einem Referendum gegen internationale Auflagen gedroht, mit denen er zur Korruptionsbekämpfung gezwungen werden sollte. Ausgerechnet die internationalen Korruptionsermittler stehen jetzt im Regen.
  • 3

BERLIN. Hintergrund ist, dass Bosnien-Herzegowina nach wie vor unter internationaler Aufsicht steht. Der Hohe Repräsentant und EU-Sondergesandte, der österreichische Diplomat Valentin Inzko, hatte zuletzt zwar das Mandat für die ausländischen Richter und Staatsanwälte zur Ermittlung von Kriegsverbrechen verlängert. Zugleich aber wurden die internationalen Richter und Staatsanwälte, die an bosnischen Gerichtshöfen Fälle organisierter Kriminalität und von Korruption bearbeiten, herabgestuft: Sie dürfen dort nur noch als Berater tätig sein, nicht mehr als Entscheider.

Dodik, dem bosnische Medien und das Zentrum für Forschungsberichte (Izvor) Veruntreuungen in zweistelliger Millionenhöhe vorwerfen, hatte mit einem Referendum in seiner Teilrepublik gedroht, um eine mögliche Inzko-Entscheidung zur Verlängerung des Korruptionsermittlermandats zu kassieren. Inzko hätte jedoch seine Vollmachten einsetzen können: Gestützt auf das internationale Mandat hätte er das Referendum annullieren oder sogar Dodik seines Amtes entheben können. Die EU hat Inzko jedoch nicht aufgefordert, seine Anordnung zu ändern.

Bosnien-Herzegowina ist auch mehr als ein Jahrzehnt nach den blutigen Jugoslawien-Kriegen tief gespalten: So leben die meisten Serben in ihrer Teilrepublik und Bosniaken sowie Kroaten bilden eine weitere Teilrepublik. Die gemeinsame Zentralregierung in Sarajewo ist schwach und zerstritten.

Der Hamburger ist nach Stationen als Auslandskorrespondent in Moskau, Brüssel und Warschau jetzt Auslandschef des Handelsblatts. Er interessiert sich besonders für Osteuropa, die arabische Welt und Iran.
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Korruptionsbekämpfung: EU knickt gegenüber Serben ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • DAS SCHLiMMSTE AN DER SACHE iN bOSNiEN iST DAS,DAS bOSNiEN ViELE bEObACHTER HAT,iCH WiEDERHOLE "bEObACHTER"...UND DiE TUN GAR NiCHTS,AUSSER DAS DiE iHRE LÖHNE VON DER EU KASSiEREN,DAS KÖNNEN DiE SEHR GUT!! EiN KLEiNES KiND WEiS,DAS WENN ES iN bOSNiEN ÖL GÄbE..WÄREN DiE AMiS SCHON 1992 iN bOSNiEN!! SO MUSS DAS VOLK,EGAL WELCHER NATiONALiTÄT,Ob bOSNiER,KROATE ODER SERbE...ZUSCHAUEN WiE SiE VON iHREN "VOLKSFÜHRERN" AN DER NASE GEFÜHRT WERDEN!! FAST JEDES LAND iN EUROPA WiLL iN DiE EU..OHNE GRENZEN...UND..UND..UND..AbER iN bOSNiEN DROHT EiN DÖRFLiNG MiT AbSPALTUNG VON bOSNiEN?? UND NiEMAND, VON DER EU,KANN DEN DÖRFLiNG DEN MUND ZU STOPFEN!! DA LACHEN JA DiE HÜHNER!!! JEMANDEN WERDEN DiE AUGEN GESCHMiERT...AbER WEN? UND DiE EU "bEObACHTER",ACH KEiNE SORGE...DiE WERDEN WEiTERHiN...JAHRELANG ZUSCHAUEN UND NiCHTS TUN!

  • Wir können, nur wollen die meisten nicht...kako mozemo u nemackoj na primer...

  • Jede der drei Nationalitäten sollte ihre eigene Republik bekommen und wir sollten aufhören einen Zentralstaat aus bosnien und Herzegowina zu machen.Wir können nur nebeneinander leben und nie wieder miteinander.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%