Korruptionsskandal
Guatemalas Vizepräsidentin tritt zurück

Die Stellvertreterin von Guatemalas Präsident hat wegen einem Korruptionsskandal das Amt niedergelegt. Demonstranten und einflussreiche Wirtschaftsgrößen forderten seit Tagen Roxana Baldettis Rücktritt.
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Guatemala-StadtDie Vizepräsidentin von Guatemala ist inmitten eines Korruptionsskandals zurückgetreten. Präsident Otto Pérez Molina gab am Freitag mit versteinerter Miene bekannt, seine Stellvertreterin Roxana Baldetti habe ihr Amt „freiwillig“ aufgegeben und habe vor, mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten. Sie habe ihre Büros im Präsidentenpalast bereits verlassen. Ihre Entscheidung sei „mutig“, sagte Molina. Hunderte Menschen feierten nach der Bekanntgabe in den Straßen der Hauptstadt Guatemala-Stadt.

Zuvor war Baldetti am Freitag mit einer Berufung vor dem Verfassungsgericht gescheitert. Damit hatte sie zu verhindern versucht, dass der Kongress mit einer Untersuchung beginnt, die prüfen sollte, ob die Immunität der Vizepräsidentin aufgehoben werden kann. Baldetti sah sich in den vergangenen Tagen vermehrt Rufen von Demonstranten und einflussreichen Wirtschaftsgrößen Guatemalas nach ihrem Rücktritt ausgesetzt.

Ihrem früheren Privatsekretär Juan Carlos Monzon Rojas wird vorgeworfen, der Anführer eines Netzwerks gewesen zu sein, das den Staat um Millionen Dollar betrogen haben soll, indem Bestechungsgelder für geringere Zölle angenommen wurden. Er befindet sich auf der Flucht. Mindestens 50 Privatpersonen und öffentliche Bedienstete sind Verdächtige in dem Fall, darunter der amtierende und frühere Leiter der Steuerbehörde.

Molina sagte, er werde dem Kongress drei mögliche Nachfolger für das Amt des Vizepräsidenten nennen, von denen die Abgeordneten ihren Wunschkandidaten wählen könnten.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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