Korruptionsskandal um Petrobras
Rousseffs Schatzmeister gerät ins Visier der Ermittler

João Vaccari Neto, dem Schatzmeister der Arbeiterpartei unter Präsidentin Dilma Rousseff, wird vorgeworfen, Bestechungsgelder als Wahlkampfspenden verschleiert zu haben. Brasiliens Regierung gerät weiter unter Druck.
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Rio de JaneiroDer Korruptionsskandal um den staatlichen Ölgiganten Petrobras bringt die Regierungspartei von Staatschefin Dilma Rousseff immer stärker in Bedrängnis. Die Staatsanwaltschaft belastet nun den Schatzmeister der Arbeiterpartei, João Vaccari Neto. Er wurde am Montag beschuldigt, zwischen 2008 und 2010 umgerechnet mehr als 1,1 Millionen Euro an Bestechungsgeldern als Wahlkampfspenden verschleiert zu haben.

Vaccari soll angeblich mit der früheren Petrobras-Führungskraft Renato Duque über Bestechungsgelder verhandelt haben. Duque und 25 andere Personen wurden am Montag ebenfalls von den Staatsanwälten angeklagt. Insgesamt müssen sich mittlerweile mehr als 100 Personen im Zuge des Petrobras-Skandals verantworten, während die Staatsanwaltschaft feststellte, dass es noch etliche Ermittlungsarbeit für sie zu tun gebe.

Vaccaris Anwalt Luiz Flavio Borges D'Urso teilte in einer E-Mail mit, er wisse keine Details über die Vorwürfe. Doch sein Klient dementiere, er habe jemals Korruptionsgelder bekommen. Er habe niemals „illegales“ Geld ins Geschäft der Arbeiterpartei eingebracht.

Das groß angelegte Bestechungssystem bei Petrobras wird von der brasilianischen Bundesstaatsanwaltschaft als der größte Korruptionsfall in der Geschichte des südamerikanischen Landes bezeichnet, der jemals aufgedeckt worden sei. Mindestens 800 Millionen Dollar (rund 750 Millionen Euro) sollen von den größten Bau- und Ingenieursfirmen des Landes an politisch berufene Angestellte bei Petrobras geflossen sein. Diese sollen sich nicht nur selbst bereichert, sondern auch Geld an die Arbeiterpartei und ihre Partner gezahlt haben. Im Gegenzug sollen die Unternehmen lukrative und überhöhte Verträge mit dem Ölgiganten gewonnen haben.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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