Korruptionsverdacht
Justiz beendet Teil der Ermittlungen gegen Erdogan

Die Staatsanwaltschaft hat einen Teil der Korruptionsermittlungen gegen die Regierung von Recep Tayyip Erdogan eingestellt. Die Unregelmäßigkeiten um das staatliche Wohnungsbauunternehmen TOKI bewahrheiteten sich nicht.
  • 1

IstanbulDie Istanbuler Staatsanwaltschaft hat einen Teil der Korruptionsermittlungen gegen die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan eingestellt. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag meldete, bezogen sich die Ermittlungen auf angebliche Unregelmäßigkeit um das staatliche Wohnungsbauunternehmen TOKI. Aufgrund der Vorwürfe hatte der damalige Bauminister Erdogan Bayraktar im Dezember zurücktreten müssen; der Sohn des Ministers war vorübergehend festgenommen worden.

Mitte Dezember hatten Istanbuler Staatsanwälte mehrere dutzend Verdächtige aus dem Umfeld der Regierung unter Korruptionsverdacht festnehmen lassen. Erdogan ließ als Reaktion mehrere tausend Polizisten und dutzende Staatsanwälte versetzen; auch die Staatsanwälte der Korruptionsermittlungen wurden abgezogen und durch andere ersetzt.

Inzwischen sind alle Beschuldigten auf freien Fuß. Dem Parlament in Ankara liegen jedoch noch Anträge auf Aufhebung der Immunität von vier Ex-Ministern vor, die im Zusammenhang mit den Korruptionsvorwürfen genannt worden waren. Bei den Vorwürfen gegen die Politiker geht es vor allem um den Verdacht, sie hätten einem iranischstämmigen Geschäftsmann gegen Bestechungszahlungen Rückendeckung für Goldgeschäfte mit dem Iran gegeben. Die Ermittlungen in diesem Bereich gehen weiter. Erdogan weist die Korruptionsvorwürfe als Verschwörung von Anhängern des regierungskritischen Predigers Fethullah Gülen zurück.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Korruptionsverdacht: Justiz beendet Teil der Ermittlungen gegen Erdogan"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Hmm, seltsam. Ob die Einstellung eines Teils der Ermittlungen etwas mit den wenigen tausend Polizisten und wenigen dutzend Staatsanwälten zu tun haben könnte die Zwangsversetzt wurden ? Vermutlich nicht..
    Es ist ja wirklich ungeheuerlich, was man Erdo alles unterstellt. Ich kann mir gut vorstellen, dass es diese anti-türkischen zinsnehmenden Verschwörer sind.
    Saubande !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%