Korruptionsvorwürfe
Oppositionelle überrumpeln Parlament in Kuwait

Am Mittwoch haben die Abgeordneten Kuwaits darüber debattiert, ob sie ihren Ministerpräsidenten zu Korruptionsvorwürfen befragen sollen. Dann stürmten Demonstranten das Parlament. Steht auch Kuwait vor einer Krise?
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Doha/Kuwait-StadtIn Kuwait haben Dutzende Oppositionsanhänger nach Medienberichten im Anschluss an eine Demonstration gegen den Regierungschef des Emirats das Parlamentsgebäude gestürmt. Wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, brachen sie am Mittwochabend die Tore zum Parlament in Kuwait-Stadt auf und drangen in das Gebäude ein. Nach wenigen Minuten seien die Demonstranten aber wieder abgezogen.

Die Sicherheitskräfte des Emirats gingen zunächst mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vor. Dennoch gelang es diesen offenbar, in den Saal des Parlaments vorzudringen. Dort stimmten sie die Nationalhymne an, bevor sie das Gebäude wieder verließen. Laut Augenzeugenberichten gab es fünf Verletzte.

Zuvor hatten dem Bericht von Al-Dschasira zufolge Hunderte vor dem Gebäude gegen Ministerpräsident Scheich Nasser al-Mohammed al-Sabah demonstriert und seinen Rücktritt gefordert. Sie werfen dem Mitglied der Herrscherfamilie unter anderem vor, nichts gegen die Korruption in dem ölreichen Emirat zu unternehmen. Nasser al-Mohammed al-Sabah ist ein Neffe des Emirs.

Der Versuch der Demonstranten, zur Residenz des Regierungschefs zu ziehen, sei von der Polizei mittels Schlagstockeinsatz verhindert worden, berichtete Al-Dschasira.

Laut Angaben der Opposition wurden die Demonstranten wurden von dem Abgeordneten Mussalam el Barrack angeführt. Die Regierungsgegner drangen in das Parlament ein, während dort über eine mögliche Befragung des Ministerpräsidenten im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen debattiert wurde.

Nach dem Zwischenfall warnten Abgeordnete der Opposition vor einer wachsenden politischen Krise in dem Golfstaat. Oppositionelle Parlamentarier wollen Ministerpräsident Scheik Nasser Al Mohammed Al Sabah zu Vorwürfen befragen, wonach Mitglieder der Regierung illegal Geld auf ausländische Konten überwiesen haben sollen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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