Korruptionsvorwürfe
Südafrikas Präsident entlässt seinen Stellvertreter

Südafrikas Präsident Thabo Mbeki hat am Dienstag seinen umstrittenen Stellvertreter Jacob Zuma entlassen. Zuma war in den vergangenen Wochen immer wieder mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert worden.

HB JOHANNESBURG. Bislang galt er als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge Mbekis nach Ende dessen Amtszeit 2009. „Ich bin angesichts der derzeitigen Gegebenheiten zu dem Ergebnis gekommen, dass es das Beste ist, Jacob Zuma in seinem eigenen Interesse, dem der Regierung und dem unseres jungen demokratischen Systems von seiner Verantwortung als Vizepräsident und Regierungsmitglied zu entbinden“, sagte Mbeki im Parlament. Er werde zu gegebener Zeit einen Nachfolger benennen.

Die Entlassung wird als deutliches Zeichen für den Kampf der südafrikanischen Regierung gegen Bestechlichkeit gewertet. Denn der bei der Basis des regierenden African National Congress (ANC) beliebte Zuma stand im Zusammenhang mit einem Skandal um seinen früheren Finanzberater unter Druck.

Dieser war kürzlich wegen Korruption und Betrug zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er soll Zuma 1,3 Millionen Rand (rund 150.000 Euro) gezahlt haben und im Gegenzug den politischen Einfluss des Ministers für seine Geschäfte genutzt haben.

Der Leiter des Instituts für internationale Beziehungen an der Johannesburger Witwatersrand-Universität, Professor John Stremlau, sagte, dies sei ein entscheidender Moment für die Demokratie in Südafrika. „Er zeigte große Führungsstärke“, sagte Stremlau über Mbeki. Er gehe davon aus, dass der Schritt Mbekis Position beim Treffen mit den Staatschefs der führenden Industriestaaten (G8) im Juli in Schottland stärke.

Unterdessen sind Spekulationen um die Nachfolge Zumas entbrannt. Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten gilt auch deswegen als schwierig, weil der stellvertretende Präsident in der Regel später an die Spitze der Partei rückt - zumindest war dies in den vergangenen 50 Jahren beim ANC so. Beobachter schlugen eine Interimslösung vor, bis sich die Regierungspartei auf einem Kongress in zwei Jahren endgültig entscheidet.

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