Kosovoregierung
„Wahlbeteiligung 130 Prozent, Ablehnung 160 Prozent“

Die Serben im Kosovo wollen nicht von Pristina regiert werden: Nahe hundert Prozent der Wähler lehnen eine neue Kosovoregierung ab, und verbieten dem Süden jeglichen Einfluss.
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Pristina/BelgradBelgrad statt Pristina: Die Serben im Norden des jüngsten europäischen Staates Kosovo haben sich in einem zweitägigen Referendum klar für ihren Verbleib bei Serbien und gegen die albanische kontrollierte Regierung in Pristina ausgesprochen.

99,74 Prozent der Wähler hätten gegen die Kosovo-Regierung gestimmt, berichtete die Nachrichtenagentur Beta am späten Mittwochabend in Belgrad unter Berufung auf die Wahlbehörden. Nur 69 Kosovo-Serben hätten mit Ja und damit für Pristina gestimmt.

Von den 35.500 Stimmberechtigten hätten rund 75 Prozent an dem Referendum teilgenommen. Der Bürgermeister von Mitrovica, Krstimir Pantic, sagte: „Unsere Bürger haben sich entschieden, der internationalen Gemeinschaft, den Albanern und leider auch einem Teil der Politiker in Belgrad zu zeigen, dass wir zu keinem Preis akzeptieren werden, ein Teil des sogenannten unabhängigen Kosovos zu werden“.

In Serbien reagierten die Bürger kritisch auf das Referendum ihrer Landsleute. „Maximal 20.000 Leute führen ganz Serbien am Nasenring vor“, schrieb ein Zuschauer an den Belgrader TV-Sender B92. Rund 1400 andere Bürger stimmten dieser Einschätzung im Internet zu. Und 1.200 Menschen unterstützten die ironische Aussage: „Wahlbeteiligung 130 Prozent, Ablehnung (der Kosovoregierung) 160 Prozent“.

Serbien befürchtet durch das Referendum einen Rückschlag für seine Bemühungen, EU-Beitrittskandidat zu werden. Voraussetzung dafür sind Fortschritte hin zu einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis zwischen Pristina und Belgrad.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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