Kräftemessen vor dem Gipfel

Deutschland-Italien 5:2

Nicht nur auf dem Fußballplatz treffen Deutschland und Italien heute Abend aufeinander. Auch beim EU-Gipfel kommt es zum Duell beider Länder. Handelsblatt Online analysiert die Stärken und Schwächen.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italien Ministerpräsident Mario Monti sind sich vor dem EU-Gipfel in wichtigen Punkten nicht einig. Quelle: dapd

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Italien Ministerpräsident Mario Monti sind sich vor dem EU-Gipfel in wichtigen Punkten nicht einig.

(Foto: dapd)

DüsseldorfDie Bilanz für Deutschland ist niederschmetternd. Noch nie hat eine deutsche Mannschaft bei Welt- oder Europameisterschaften gegen Italien gewonnen. Das Gesetz der Serie spricht eine eindeutige Sprache. Dennoch sind die Erwartungen an das Team von Bundestrainer Jogi Löw riesengroß: Deutschland geht als Favorit in das Halbfinalmatch am Donnerstag in Warschau.

Zur gleichen Zeit ringt auch Angela Merkel mit ihrem italienischen Amtskollegen Mario Monti um neue Lösungen in der Euro-Krise - allerdings nicht in Warschau sondern auf dem EU-Gipfel in Brüssel . Auch hier sind die Erwartungen an die deutsche Regierungschefin groß. Merkel hat vor dem Gipfel kategorisch ausgeschlossen, dass sie einer Vergemeinschaftung der Schulden durch Euro-Bonds zustimmen werde. Es werde keine gemeinsame Haftung geben, "so lange ich lebe," sagte Merkel.

Monti hat vorgeschlagen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Anleihen der Krisenländer kaufen soll. Dabei sollten die Rettungsschirme EFSF und ESM Verluste der Zentralbank absichern. Gleichzeitig warnte Monti, wenn auf dem Gipfel keine dauerhafte Lösung der Schuldenkrise gefunden werde, müssten einzelne Euro-Länder mit "eskalierenden Spekulationsangriffen" rechnen. Handelsblatt Online hat vor dem Duell die Ausgangssituation analysiert.

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13 Kommentare zu "Kräftemessen vor dem Gipfel: Deutschland-Italien 5:2"

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  • Italien - Deutschland: 2:1

    28. Juni 2012

  • Ich schlage vor Italien lässt uns heute Abend gewinnen und wir übernehmen die Zinszahlung für Italien für 2012!

  • welche "Leute" meinen Sie denn genau?

  • ich sehe den Spielstand eher bei 5:0.

    Monti kann zwar verlangen, fordern und beschwören was er will, aber auf diesen Gipfel wird gar nichts entschieden.

    Auch seine jämmerlichen Äusserungen in der Presse werden Merkel kaum zu einer Vergemeinschaftung der Schulden bringen.

    Und letzendlich, seit wann haben die Schuldner zu sagen wo es lang geht? Undemokratische, nicht gewollte Politiker wie Barosso können auch gerne jeden Tag ein neus Kaninchen aus den Hut zaubern, wenn interessiert es.

    Oder auf bayrisch: Wer zoahlt schafft oh...

  • @Lefort
    Ich sehe das Zinssystem durchaus kritisch, und bin schon der Meinung, das hier eine politische Stellschraube hin gehört, und die gibt es ja auch. Aber das ist in jedem Währungssystem so. Irgendwo und irgendjemand hat diese (Schuld)Scheine, es gilt eben daraus das beste zu machen. Ist ja auch das Prinzip, wenn man einen Kredit aufnimmt, oder aufnehmen muß. Ohne Schulden und sparen kein Zinssystem und umgekehrt genauso. Aber es braucht eben ein gesundes Gleichgewicht, solange das nicht vorhanden ist, muß Merkel sich tatächlich gegen eine gemeinsame Haftung stemmen, und die Länder (auch Deutschland) müssen sehen das sie ihren Geldmüllberg abbauen, bzw. so regeln, das man damit wieder arbeiten kann, sprich die Betriebe wieder Geld geliehen bekommen können, um ihre Produktionen laufen zu lassen, auch um dem Kredit seinen Mehr- Gegenwert zu verschaffen. Hohe Zinsen sind als Regulanz ein Mittel, aber es gibt sicher noch andere.
    Aber das Zins- und Zinseszinssystem wird es wohl immer geben. Ausgaben und Einnahmen müssen stimmen, darum gehts ja eigentlich. Und das kann man politisch durchaus gemeinsam stemmen, wenn man will.

  • Wenn man Jahre in Italien gearbeitet hat ('89-95) weiss man um die riesigen strukturellen Probleme, dem gelobten "ENDE" der mani puliti (vollkommener Unfug, es ging weiter wie zuvor), und dem weiteren Verfall der Disciplin und der mikrigen Geschaeftsmoral. Es ist viel schlimmer geworden. Jeder ehrliche Unternehmer gibt zu, dass 30% Schwarz ueberlebensnotwendig sind, und deshalb haben Hotels ganze Stockwerke, von denen der Fiskus nix weiss. Auuserdem wird kaum Mehrwert geschaffen, die meisten hudeln sich so durch, die Ausbilding ist katastrophal, selbst Ferrari stellt nur Fahrer ein, die keinen italienischen Fuehrerschein haben. Die Leute zahlen AutobahnLuxusZoelle ohne Gegenleistung, die Strassen sind furchtbar. Das Internet hat Italien noch nicht erobert, es funktioniert ja kaum, und die konstante Schwabbelei am Handy kostet das Volk Milliarden Gebuehren, ohne das dem Brutto-Sozial-Produkt Zuwachs verschafft wurde. Es gibt keinen Konsumenten Schutz, die Media versagen vollkommen, der Kunde ist immer der Dumme, es sei denn er geht zu Lidl, Penny-Billa(Rewe)oder Metro. Metro Kunden duerfen nur €1500 in bar zahlen, weil der Steuerbetrug der Restaurants alles sonstige in den Schatten stellt. Der heutige Monti-Druck verstaerkt den Steuerstreik des Volkes. Selbst OBI ist ein Lizenz-Laden in dem der Schraubenzieher 200-300% des deutschen Preises kosten muss. Man schuuttelt den ganzen Tag den Kopf, Cardio Aspirin kostet das ACHT-fache und der Apotheker sagt: Na und, zahlt ja der Staat bei uns. Selbst in der Legislatur erden nur Luftballons geblasen, die neuen und die geplanten Gesetze sind stuemperhaft und haben keine Chance zu greifen in einem Land, das (heimlich) mehr Olivenoel aus Griechenland importiert als es selber pressen kann oder will. Es lohnt ja nicht zu arbeiten. Schade, bella Italia hat den Zug verpasst, und die Bahn-Gleise haben sie auch verkauft.

  • netshadow
    Ein Schuldenabbau ist wegen des Zinseszins in unserem Geldsystem garnicht möglich.Würde man das schaffen,würde das System aus mathematischen Gründen zusammenbrechen.Deshalb kann es unter dem Strich gesehen,immer nur mehr Schulden,aber nie weniger geben.Auch wenn ein Staat es tatsächlich schaffen sollte,seine Schulden zu begleichen,es müßte ein anderer einspringen.

  • Cool aufgemachter Artikel. Sauber! Klar strukturiert und süffisant infromant :-) Ganz Anders Euer Nexus 7-Beitrag. Mein Kommentar dazu: www.mac-hary.de

  • http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=uK1EhI1dYuY mal ansehen... das sagt alles direkt auf den Punkt gebracht.

  • Meine Güte, wie soll Ihr Weltuntergang denn aussehen?
    Politik ist der Ausgleich der Interessen, nicht mehr und nicht weniger. Die beste Position gewinnt, auch wenn jemand damit zuerst mal alleine da stehen mag.
    Wer zuviel ausgibt, muß irgendwann die Ausgaben zurück fahren. Und es geht darum wer davon am meisten leistet, oder leisten muß. Merkel verwahrt sich gegen eine Gemeinschaftshaftung, was auch richtig ist. Irgendwann werden die Wirtschaften so verflochten sein, das diese sowieso indirekt besteht.
    Sparen um jeden Preis bringt nichts, das müssen auch die Anhänger eines Insel-Neo-Liberalismus einsehen. Siehe England.
    Schuldenbonds bringen auch nichts, hier gibt es irgendwann ebenfalls einen Interessenausgleich.
    Die Einführung von Nationalwährungen nach gerade mal 10 Jahren Euro ist genauso widersinnig. Wenn man gemeinsam einen Schuldenberg angehäuft hat, muß man diesen auch gemeinsam abbauen. Das verstehe ich unter Partnerschaft, aber es gibt ja leider genug Leute die gerne bei Problemen die Füße in die Hand nehmen, wenn es schwierig wird. Diese Leute haben allerdings noch nie wirklich zu Problemlösungen beigetragen. Im Gegenteil, irgendwann gibts einen Herz- oder Hirninfarkt.
    Ich kann solchen Prozessen jedenfalls mehr Respekt abgewinnen, als mich mit Miesmachern und in eigenen Theorien verhaspelten Individuen zu beschäftigen.
    Sieht man auch an echten Mannschaften, die wissen das man sich gegenseitig aufeinander verlassen können, und man sieht das dieses ebenfalls ein langer Prozess ist.

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