Kräftiges Wachstum in Russland setzt sich fort
Fall Yukos: Weltbank warnt vor Verstaatlichung

Im Fall des angeschlagenen Ölkonzerns Yukos hat der Chefökonom der Weltbank in Russland, Christof Rühl, vor einer Verstaatlichung oder Neuverteilung der Unternehmensanteile gewarnt.

HB MOSKAU. Es würden damit nur alte Fehler wiederholt werden, sagte der deutsche Wirtschaftsexperte am Mittwoch in Moskau. „Es ist nicht abzusehen, dass die Regierung diesmal kompetenter handeln würde“, betonte Rühl.

Dem Ölkonzern des in Untersuchungshaft sitzenden Oligarchen Michail Chodorkowski droht die Pleite nach einem rechtskräftigen Steuerbescheid zur Nachzahlung von knapp drei Mrd. €. In Moskau wird spekuliert, dass der Kreml mit Hilfe der Justiz den Konzern unter Kontrolle bringen oder unter politisch genehmen Konkurrenten aufteilen wolle. Gerede über Renationalisierung schade dem Investitionsklima in Russland, warnte Rühl.

Unterdessen setzte sich das kräftige russische Wirtschaftswachstum nach Berechnungen der Weltbank auch im ersten Quartal 2004 mit einem Plus von 7,4 % fort. Die hohen Gewinne aus dem Öl- und Gasexport hätten auch andere Industriebranchen stimuliert, doch noch immer sei die russische Wirtschaft zu abhängig von den Energiepreisen. Eine Gefahr der „Überhitzung“ der russischen Konjunktur sehe er derzeit nicht, sagte Rühl.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%