Kraftwerk abgeschaltet
In Gaza gehen die Lichter aus

Bei heftigen Angriffen der israelischen Armee wurde offenbar das einzige Kraftwerk im Gazastreifen getroffen und musste abgeschaltet werden. Israels Premier Netanjahu hatte eine Ausweitung der Offensive angekündigt.

JerusalemDas einzige Kraftwerk im Gazastreifen steht Medienberichten zufolge nach einem israelischen Angriff in Flammen. Die Feuerwehr bemühe sich um eine Eindämmung des Brands, berichteten palästinensische Nachrichtenagenturen am Dienstag.

Ein Repräsentant des Kraftwerks sagte der Nachrichtenagentur „Maan“, eine israelische Granate habe einen Treibstofftank getroffen und damit den Großbrand ausgelöst. Eine andere Granate habe eine Turbine getroffen. Bislang sei es den Feuerwehrleuten nicht gelungen, den Brand zu löschen. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv teilte mit, man prüfe den Bericht.

Israel hatte in der Nacht zum Dienstag das Bombardement des Gazastreifens verstärkt. Im Visier von Geschützen, Panzern und Kampfflugzeugen standen Institutionen der radikalislamischen Hamas. Am frühen Morgen beschossen die Streitkräfte das Haus des Hamas-Spitzenfunktionärs Ismail Hanija, Regierungsgebäude und die Rundfunkanstalt Al-Aksa in Gaza. Hanija wurde 2006 Ministerpräsident in dem von der Hamas beherrschten Gazastreifen. Weder Hanija noch seine Familie seien zu Hause gewesen, berichtete Al-Aksa.

Als der Tag anbrach, lag eine dichte Staubwolke über der Stadt. Palästinensische Augenzeugen sprachen von den bisher schwersten Angriffen seit Beginn der israelischen Offensive vor drei Wochen.

In der israelischen Mittelmeermetropole Tel Aviv heulten zum ersten Mal mitten in der Nacht die Alarmsirenen und rissen die Einwohner aus dem Schlaf. Zwei Raketen seien nahe Rischon Lezion südöstlich von Tel Aviv eingeschlagen, teilte die Armee mit. Am Dienstag sollte eine hochrangige palästinensische Delegation in Ägypten über eine Waffenruhe zwischen Israel und den militanten Palästinensern beraten.

Ungeachtet aller internationalen Appelle für eine Waffenruhe hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Fortsetzung der Militäroffensive gegen die Hamas im Gazastreifen angekündigt. „Wir werden den Einsatz nicht beenden, bevor wir die Tunnel (der Hamas) zerstört haben“, erklärte er am Montag in einer Fernsehansprache.
Die israelische Armee forderte die Einwohner in Teilen des Gazastreifens am Montagabend auf, ihre Häuser sofort zu räumen und sich in das Zentrum von Gaza zu begeben. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte in diesem Zusammenhang, die in Gaza arbeitenden Uno-Organisationen hätten nicht die Ressourcen einen zusätzlichen riesigen Zustrom verzweifelter Menschen zu bewältigen oder ihnen Hilfe zu gewähren.

Das geistliche Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, rief am Dienstag Muslime in aller Welt auf, die Palästinenser im Gazastreifen im Kampf gegen Israel zu unterstützen. In einer Zeit, in der Israel und die USA die radikalislamische Hamas entwaffnen wollten, sage der Iran das Gegenteil: „Die islamische Welt hat die Pflicht, die palästinensische Nation mit allen Mitteln zu bewaffnen“, sagte Chamenei am Dienstag. Chamenei sprach bei einer Zeremonie zum Fest des Fastenbrechens, Eid al-Fitr.

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