Krankenhaus durchsucht
Hamas will weiter kämpfen

Eine Waffenruhe mit Israel kommt für die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas auch weiterhin nicht in Frage.

HB GAZA/ KALKILIA. Die Hamas habe den „Weg des bewaffneten Widerstands und des Heiligen Krieges gewählt“, und weder Israel noch die USA könnten die Organisation besiegen, sagte der Gründer und geistige Führer der Hamas, Scheich Ahmed Jassin (67), in Gaza. Erst am Montag hatte der designierte palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia angekündigt, seine Regierung werde die „Anarchie“ in den Palästinensergebieten beenden und die Gewalt bekämpfen. Die Autonomiebehörde hat Israel eine neue Waffenruhe angeboten.

Die Pressekonferenz Jassins in einer Moschee war sein erster öffentlicher Auftritt seit dem fehlgeschlagenen israelischen Angriff auf ihn. Am 6. September hatte die israelische Luftwaffe eine Bombe auf ein Haus in Gaza geworfen, in dem sich Jassin aufhielt. Der querschnittsgelähmte Hamas-Gründer und seine Begleiter entkamen nahezu unversehrt. Nach einem Selbstmordanschlag mit 23 Todesopfern im August in Jerusalem hatte Israel gedroht, alle Hamas-Führer zu töten.

Die Europäische Union hat die Regierung Israels aufgerufen, auf die Ausweisung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat zu verzichten und keine weiteren Drohungen gegen ihn auszusprechen. „Arafat hat zuletzt eine schlechte Rolle gespielt. Aber er ist der gewählte Vertreter seines Volkes, und wir müssen ihn deshalb unterstützen“, sagte der Vertreter der italienischen EU-Ratspräsidentschaft, Roberto Antonione, am Mittwoch im Europaparlament in Straßburg. Der israelische Vizepräsident Ehud Olmert hatte Mitte September einen Mordanschlag gegen Arafat als legitime Option bezeichnet.

Krankenhaus wurde durchsucht

Im Westjordanland durchsuchten israelische Soldaten ein Krankenhaus nach einem vermutlich verwundeten Palästinenser, der nach Militärangaben auf Soldaten und Arbeiter an der im Bau befindlichen Sperranlage geschossen hatte. Die UN-Hilfsorganisation UNWRA, der das Krankenhaus in Kalkilia untersteht, beschuldigte die Armee, die Einrichtung beschädigt zu haben.

UNRWA-Sprecher Paul McCann sagte, Ärzte und Pfleger seien gezwungen worden, ihre Patienten zu verlassen und sich in einem Raum auf den Boden zu legen. Der Krankenhausleiter und ein Pfleger seien bei der Suche nach dem Bewaffneten als „menschliche Schilde“ missbraucht worden. „Die Soldaten zerstörten mehrere Türen und Fenster, Pfleger konnten eine Stunde nicht zu ihren Patienten“, sagte McCann. Nach erfolgloser Durchsuchung seien die Soldaten abgezogen.

„Dies Verhalten widerspricht ganz klar den Richtlinien der Genfer Konvention und anderer internationaler Vereinbarungen zum Schutz von Ärzten und Pflegepersonal“, sagte der UNRWA-Sprecher. Ein Armeesprecher bestritt auf Anfrage, dass die Soldaten Krankenhauseinrichtungen zerstört und das Pflegepersonal von Patienten getrennt hätten. Die Armee habe ihre Aktion zuvor mit dem Klinik-Management koordiniert.

Im Süden des Gazastreifens wurde in der Nacht zum Mittwoch bei Schusswechseln zwischen israelischen Soldaten und militanten Palästinensern ein 15-jähriger Junge getötet. Elf weitere Palästinenser wurden verletzt, drei davon schwer, wie das Krankenhaus der Stadt Rafah mitteilte. Bei der Militäroperation wurden nach palästinensischen Angaben auch drei Häuser zerstört. Von israelischer Seite wurde mitgeteilt, es seien zwei Häuser durch von Palästinensern gelegte Sprengsätze zerstört worden. Die Soldaten hätten nach Tunneln gesucht, durch die Waffen aus Ägypten eingeschmuggelt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%