Krankheit verzögerte Vereidigung des 84-jährigen
Ministerpräsident in Nepal vereidigt

Nach gut einem Jahr absoluter Herrschaft König Gyanandras hat Nepal wieder einen Ministerpräsidenten: Girija Prasad Koirala wurde am Sonntag vom Monarchen als Regierungschef vereidigt. Der gesundheitlich angeschlagene 84-Jährige rief die maoistischen Rebellen zu Friedensgesprächen und zum Gewaltverzicht auf.

HB KATHMANDU. König Gyanendra hatte 2002 das Parlament aufgelöst und im Februar 2005 auch die Regierung abgesetzt. Die Volksvertretung wurde nach wochenlangen Massenprotesten am vergangenen Freitag wieder eingesetzt. Am Sonntag sprachen die Abgeordneten sich für einen Waffenstillstand mit den Rebellen und für die Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung aus, die die Rechte des Monarchen deutlich beschneiden dürfte.

Ein Bündnis von sieben Oppositionsparteien hatte sich auf Koirala, der bereits vier Mal Ministerpräsident war, als neuen Regierungschef verständigt. Wegen einer Lungenerkrankung verzögerte sich dessen Vereidigung aber bis zum Sonntag. Zu der Zeremonie im Königspalast von Kathmandu wurde der 84-Jährige von einem Arzt begleitet. Im Parlament ehrten ihn die Abgeordneten mit stehenden Ovationen. Koirala hielt seine nur wenige Minuten lange Rede entgegen der Tradition im Sitzen. „Ich bitte die Maoisten heute, auf Gewalt zu verzichten und zu Friedensgesprächen zu kommen“, sagte der neue Regierungschef. Die Rebellen hatten in der vergangenen Woche einen auf drei Monate befristeten Waffenstillstand verkündet. Koirala dürfte sein Kabinett am Montag benennen.

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