Krankheit von gewöhnlichem Bakterium ausgelöst
Mysteriöse Lungenentzündungen bei US-Soldaten

Das US-Verteidigungsministerium hat am Dienstag eine mysteriöse Serie von Lungenentzündungen bei US-Soldaten in der Golfregion und in Usbekistan bestätigt. Wie Oberst Robert DeFraites vom Büro des Generalstabsarztes mitteilte, sind rund 100 Soldaten erkrankt. In den vergangenen zwei Monaten seien zwei von ihnen gestorben.

HB/dpa WASHINGTON. Die meisten Erkrankungen seien im Irak aufgetreten, weitere auch in Katar und Kuwait, sagte DeFraites weiter. Es gebe bisher keinerlei Hinweise auf einen Zusammenhang mit biologischen oder chemischen Waffen. Es handele sich auch nicht um die Infektionskrankheit SARS.

Die Obduktion der Toten hat nach Angaben von DeFraites ergeben, dass ihre Krankheit von einem gewöhnlichen Bakterium ausgelöst worden ist, das jährlich weltweit den Tod vieler Menschen verursache. In den US-Streitkräften würden jedes Jahr 400 bis 500 Fälle von Lungenentzündungen registriert. Unklarheit herrsche darüber, warum so viele Fälle auf einmal bei den Soldaten in verschiedenen Einsatzgebieten aufgetreten seien. Im Irak könnten Hitze und Staub die Krankheit gefördert haben.

Der Oberst bestätigte weiter, dass zur Untersuchung der Krankheitsfälle zwei Teams von Ärzten in das medizinische Zentrum der US-Streitkräfte in Landstuhl (Rheinland-Pfalz) und in den Irak geschickt worden sind. In Landstuhl würden „die meisten der schweren Fälle behandelt“. Nach Berichten des US-Senders CNN sollen sich dort zwei Ärzte, ein Epidemiologe und ein Spezialist für Infektionskrankheiten, mit den Patienten befassen, während die anderen Experten im Irak Boden-, Wasser- und Luftproben entnehmen.

Die Erkrankungen seien zeitlich versetzt und in unterschiedlichen Gebieten aufgetreten, schilderte DeFraites. Betroffen seien vor allem Soldaten, die am Irak-Krieg und der Anti-Terror-Kampagne in der Region teilgenommen hätten. Der vorerst letzte Soldat sei am 30. Juli erkrankt. In 15 besonders schweren Fällen hätten US-Soldaten, darunter auch eine Frau, künstlich beatmet werden müssen.

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