Kranz am Grab des getöteten Republiks-Chefs niedergelegt
Schwere Gefechte in Grosny

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Sonntag den Krisenherd Tschetschenien besucht - ungeachtet eines schweren Rebellenüberfalls in Grosny mit mehr als 40 Toten.

HB MOSKAU. Eine Woche vor der Präsidentenwahl in der Teilrepublik am 29. August legte Putin einen Kranz am Grab des getöteten Republikschefs Achmat Kadyrow in dessen Heimatort Zentoroj nieder, wie die Nachrichtenagentur Ria-Nowosti meldete. Der Besuch bedeutete zugleich eine Wahlkampfhilfe für den Favoriten des Kremls bei der kommenden Wahl, den bisherigen tschetschenischen Innenminister Alu Alchanow.

Mutmaßliche Rebellen machten am Samstagabend ihre Drohung von Anschlägen vor der Abstimmung wahr und griffen in der Hauptstadt Grosny Wahllokale und ein Polizeirevier an. Die Feuergefechte dauerten nach ersten Polizeiangaben zwei Stunden. Bis Sonntagabend wurden 28 getötete Rebellen gefunden. Generalmajor Ilja Schabalkin sagte, wahrscheinlich seien bis zu 50 Angreifer getötet worden. Auf russischer Seite seien sechs Polizisten und vier Soldaten der Sondertruppen des Innenministeriums getötet und zwölf verletzt worden. Tote und Verletzte habe es auch unter der Zivilbevölkerung gegeben.

Putin flog am frühen Sonntagmorgen von seinem Ferienort Sotschi am Schwarzen Meer nach Zentoroj, das etwa 50 Kilometer südöstlich von Grosny im Vorgebirge des Kaukasus liegt. Er würdigte den am 9. Mai bei einem Attentat ermordeten tschetschenischen Präsidenten Kadyrow als „begabten, tapferen und anständigen Mann“. Kadyrow war im Oktober 2003 mit massiver Hilfe des Kremls zum Präsidenten Tschetscheniens gewählt worden.

Der Kreml-Kandidat Alchanow sagte, er wolle im Falle seines Wahlsieges das Werk Kadyrows fortsetzen. Bei der Rückkehr nach Sotschi sagte Putin Alchanow zu, die künftige tschetschenische Führung dürfe Einkünfte aus dem Ölexport frei zum Wiederaufbau verwenden. Putin war zuletzt nach Kadyrows Ermordung in Tschetschenien gewesen.

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