Krawalle

Englands Gefängnisse platzen aus allen Nähten

Kritiker sprechen von „menschlichen Lagerhäusern“: Die wachsende Zahl der Häftlinge treibt die englischen Gefägnisse an die Grenzen ihrer Kapazität. Die Behörden arbeiten nun Notfallpläne aus.
Update: 19.08.2011 - 18:02 Uhr 8 Kommentare
Englische Polizisten jagen Verdächtige. Quelle: dapd

Englische Polizisten jagen Verdächtige.

(Foto: dapd)

LondonDie Zahl der Häftlinge in englischen Gefängnissen steigt nach den Krawallen immer weiter und treibt die Einrichtungen an die Grenze ihrer Kapazität. Die Gesamtzahl der Insassen in England und Wales sei in der vergangenen Woche täglich um rund 100 auf fast 86.700 gewachsen, teilte das Justizministerium am Freitag mit. Damit ist die Obergrenze beinahe erreicht. Insgesamt ist in den Haftanstalten Platz für rund 88.000 Menschen.

Jugendliche und Kinder, die in besondere Heime und Einrichtungen kommen, sind in die Zahlen nicht eingerechnet. Unter den Festgenommenen waren bisher aber zahlreiche Randalierer unter 18 und sogar Kinder von gerade mal elf Jahren.

Die Regierung hatte nach den Krawallen und Plünderungen, bei denen fünf Menschen ums Leben kamen, gesagt, es sei ausreichend Platz in den Gefängnissen. Allein in London sind seit Ausbruch der Gewalt vor zwei Wochen 1800 Menschen festgenommen worden. Insgesamt sind es rund 2800.

Die Haftanstalten sähen sich einer „noch nie dagewesenen Situation“ gegenüber, hieß es von der zuständigen Behörde. Man sei dabei, Notfallpläne zu entwickeln, um mehr Platz zu schaffen, falls weitere Plätze benötigt würden.

Etwa 1300 Festgenommene sind bislang in Schnellverfahren vor Gericht gestellt worden und warten nun meist auf ihren nächsten Prozesstermin. Die Gefängnisse sind auch deshalb zum Bersten voll, weil rund zwei Drittel der Angeklagten bis zum nächsten Prozesstag in Haft bleiben müssen. Sonst ist es in ähnlichen Fällen oft üblich, dass sie auf Kaution auf freien Fuß dürfen.

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8 Kommentare zu "Krawalle: Englands Gefängnisse platzen aus allen Nähten"

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  • Die Rache der bösen Tat.

    England hat über Jahrhunderte jedes Land der sog. III. Welt ausgeplündert und ausgeraubt und die dort leben bevölkerung durch Massakert dezimiert. Und nur wenn ein anderes Land genau so sittenlos und ohne Ethik war (Frankreich, Spanien), erst dann waren sie zum Teilen bereit.

    Das engl. Königshaus hat sich auch über Jahrhunderte vom globalen Drogenhandel "finanziert" und in den englischen Kronjuwelen ist nicht ein einziges Stück, w
    as aus Endland kommt.

    Und nun rächt sich das alles im eigenen Land. Man kann sagen, was man will, aber die Welt ist doch gerecht.

  • Immerhin boomt in England EIN Teil der Realwirtschaft, die Gefängnisse. Am besten man bildet die Insassen zu Börsenmaklern weiter, ihrem fiktivwirtschaftlichen Pendent.

  • Schlimmer Knast, schöner Knast hin oder her, Voraussetzung ist, dass man 1.die Täter schnappt und 2.dass sie lang genug verurteilt werden.
    -was nützt ein ganz schrecklicher Knast, wenn es keine Verurteilung gibt ...
    das ist sonst genauso abschreckend wie ein Haifisch auf den Seychellen ;)

  • Also Luxussuiten für Mörder, Plünderer und Schläger sind in Ordnung, während die Opfer sehen können, wo sie bleiben, wie in Deutschland, dem Land, das sich mit den Tätern und gegen die Opfer solidarisiert? Dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn auch bei uns immer mehr Autos und möglicherweise auch bald Stadtteile brennen, wenn das Schlimmste, was diesen Verbrechern passieren kann, eine Luxussuite ist. Vermutlich war Hitler auch ein armes, neurotisiertes Opfer und hätte bei unserer heutigen Justiz eine intensive Pychotherapie und eine Luxussuite bekommen.

  • Kann man das nicht outsourcen ?
    Wenn die Arbeitsplätze globalisiert werden können, warum dann nicht auch Knastplätze ...
    Aus Deutschland werden schwer sozialisierbare Jugendliche sogar nach Costa Rica gebracht ;)

  • Englands Gefängnisse platzen aus allen Nähten?

    Baut größere!

  • Seit Magareth Thatcher hat dieses Land nichts dazugelernt.Reformen ankedündigt und doch war kein Geld da.Lieber in die City investiert.Gefängnisse wie zur Kolonialzeit sind Standard.In Deutschland leben die meisten wie in Luxussuiten.

  • England kann ja gerne mit Brother USA einen Gefangenen Deal machen: Per Zellenplatz wird gezahlt und die Englischen Strafgefangenen sitzen Ihre Strafe dann in US Prisons ab. Gefängnisse sind doch dort kommerzielle Unternehmen.
    Nur mal als Tip, wenn man sowieso nicht zur EU gehören möchte wie GB ;-)

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