Kreditaffäre der Labour-Partei
Tony Blairs Popularität im freien Fall

Die Kreditaffäre der britischen Labour-Partei hat das Vertrauen in Premier Tony Blair erschüttert. Die Zustimmungsquote des Regierungschefs ist laut einer Umfrage der „Sunday Times“ mit 36 Prozent auf einen Tiefstand gefallen.

LONDON. Inzwischen haben aber auch die britischen Konservativen eingeräumt, Kredite von ungenannten Geldgebern erhalten und nicht deklariert zu haben. Die Parteien übertrafen sich gestern gegenseitig mit neuen Vorschlägen zur Parteifinanzierung. Eine neue Kommission soll staatliche Finanzierungsmodelle prüfen.

Blair sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, einzelne Kreditgeber, die Labour Geld überwiesen, als Belohnung für das Oberhaus vorgeschlagen zu haben. Die Affäre kam ins Rollen, als die Kommission, die die Nominierungen für das Oberhaus prüft, drei vom Premier vorgeschlagene Kandidaten ablehnte. Diese hatten der Labourpartei Geheimkredite teilweise in Millionenhöhe gewährt. Blair gab zu, von den Krediten gewusst, diese aber bei der Nominierung verschwiegen zu haben. „Es ist der Eindruck entstanden, dass Oberhaussitze gegen Cash verteilt wurden“, sagte Labour-Parlamentsminister Geoff Hoon.

Inzwischen wurde bekannt, dass auch ein vierter Kreditgeber, der durch Currysaucen reich gewordene Bengale Sir Gulam Noon, zum Lord ernannt werden sollte. Er hatte Labour 250 000 Pfund geliehen, sei aber von einem „hohen Parteimitglied“ aufgefordert worden, dies geheim zu halten. Auch Tory-Parteistratege Oliver Letwin räumte ein, dass seine Partei undeklarierte Kredite erhielt und Lords im Oberhaus sitzen, die den Konservativen Geld gaben. Die Parteien nutzten eine Gesetzeslücke, da bisher nur Spenden, nicht aber „kommerzielle Kredite“ deklariert werden müssen.

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