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Kreditwürdigkeit: S&P schubst Katalonien auf Ramsch-Niveau

Muss Spanien auch unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen? Dorthin zieht die autonome Region Katalonien das Land - sie bat die spanische Regierung um Hilfe. Die Ratingagentur S & P sieht für Katalonien schwarz.

Standard & Poor's hat Kataloniens Bonität auf Ramsch gesenkt. Quelle: dpa
Standard & Poor's hat Kataloniens Bonität auf Ramsch gesenkt. Quelle: dpa

London/Frankfurt/MadridSchlechte Nachrichten für das Euro-Krisenland Spanien: Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit der angeschlagenen autonomen Region Katalonien auf Ramsch abgestuft.

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Spanien

Wie S&P am Freitagabend mitteilte, sinkt die Bonitätsnote der an sich wirtschaftsstarken Region um zwei Stufen von „BBB-“ auf „BB“. Der Ausblick für das Rating ist negativ. Damit könnte Katalonien eine weitere Abstufung drohen.

Grund seien die zunehmenden Spannungen zwischen der Region und der Zentralregierung, erklärte die Agentur. Diese Spannungen könnten negative Auswirkungen auf die Fähigkeit Kataloniens haben, sich zu finanzieren. Katalonien hatte die spanische Zentralregierung vor wenigen Tagen um finanziellen Beistand gebeten. Derzeit ist eine Finanzspritze über fünf Milliarden Euro im Gespräch.

Schuldenkrise Spaniens Regionen am Rande des Bankrotts

Nun muss Madrid auch noch als „Retter“ für überschuldete Regionen einspringen.

Nicht zuletzt angesichts der angeschlagenen Finanzlage vieler autonomer Regionen Spaniens halten es Experten für möglich, dass Spanien komplett unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen muss. Bislang hat die viertgrößte Euro-Wirtschaft lediglich EU-Gelder für seinen angeschlagenen Bankensektor zugesagt bekommen.

  • 01.09.2012, 21:18 UhrTabu

    Sparmaßnahmen und Brandrodung

    http://www.heise.de/tp/artikel/37/37445/1.html

    und nochmal Ralf Streck..
    war der erstgenannte Bericht von ihm von 2007 ist
    dieser hier vom 15.August 2012..
    Spanien brennt..
    Griechenland wird gegen Spaniens Raubbau an der Natur,
    fast ein Spaziergang sein in der Zukunft..

  • 01.09.2012, 14:45 UhrDERRichter

    NRW mit seinen Schuldenmacherinstinkten würde in ein paar Jahr auch nur noch noch Ramschstatus bei der Kreditwürdigkeit haben, wenn im Notfall nicht der Bund einspringen müsste. Eine zweischneidige Geschichte: Einerseits befürworte ich als patriotischer Deutscher im Süden der Republik gesamtnationale Solidarität durchaus. Andererseits ärgert es mich, wenn das sozialdemokratische Blondmädchen in der nordrheinwestfälischen Staatskanzlei
    dreistfrech und ungeniert nun zum Megaschuldenmachen bläst.
    Na ja, Deutschland ist nun mal unser gemeinsammes Vaterland. Da kann man im Falle eines Falles auch die Nordsünder nicht ganz hängen lassen.

  • 01.09.2012, 10:25 UhrTabu

    Mit 139.886 Hektar verbrannter Fläche bis zum 12. August erlebt Spanien in diesem Jahr die schlimmste Brandkatastrophe seit zehn Jahren.
    Und seit Tagen wieder neue Waldbrände.
    Alles deute auf Brandstiftung hin, weil vier Brände zeitgleich ausgebrochen seien, sagte der Sprecher. Spanischen Medienberichten zufolge zerstörten die am Montag ausgebrochenen Feuer über Nacht bereits mehr als 2000 Hektar Waldfläche.
    dazu der Artikel von Ralf Streck
    Wird Spanien zur Wüste

    Schon fast 40 Prozent des Landes sind offiziell von der Desertifikation betroffen – Schuld hat keineswegs nur die Klimaerwärmung, sondern auch der Bauboom, die Abholzung und die Landwirtschaft.
    http://www.heise.de/tp/artikel/26/26957/1.html

    Der Berater der Vereinigung der Forstingenieure Gabriel Leblic erklärt: "In mehr als eineinhalb Jahrhunderten wurden nicht die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt, um die Erosion zu bekämpfen, die unausweichlich zur Desertifikation führt. Es gibt keinen politischen Willen, mit dieser Situation Schluss zu machen, dabei ist Spanien das Land der EU, das damit die größten Probleme hat",
    Nach Angaben von Leblic sind in Spanien 130.000 Quadratkilometer von starker Erosion betroffen, etwa 25 % der Gesamtfläche. Das sind 13 Millionen Hektar, von denen jeder Hektar jährlich über die Erosion 12 Tonnen fruchtbare Erde verliere.
    Ein Verlust der nur in Zehntausenden Jahren zu regenerieren wäre. Geht die Entwicklung so weiter, kann sich die Iberische Halbinsel vielleicht schon in zehn Jahren nicht mehr selbst ernähren
    "Es müssen zwei Milliarden Bäume gepflanzt werden", meint der Experte Leblic, um die Erosion aufzuhalten.

    Spanien ist damit ein letztendlich auf Dauer ein größeres Monster in der EU als Griechenland...






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