Kreise
Erfolg der Ölpreis-Krisenkonferenz ungewiss

Die Bundesregierung sieht dem Ölpreis-Krisengipfel im saudiarabischen Dschidda am Sonntag mit Skepsis entgegen. "Das ist ein Risiko behaftetes Unternehmen, dessen Erfolg niemand vorhersagen kann", hieß es am Samstag in Kreisen der deutschen Delegation, die von Wirtschaftsminister Michael Glos angeführt wird.

HB DSCHIDDA. Die Konferenz solle ein Signal an die Märkte aussenden, dass Ölförder- und Verbraucherländer dem Problem der fast ungebremst steigenden Preise gemeinsam zu Leibe rücken wollen. "Das ist doch schon für sich wichtig, dass alle sich zusammensetzen", hieß es aus den Kreisen Bleibe aber der Beleg für gemeinsames Handeln aus, könne die Wirkung auch negativ sein und der Ölpreis könnt einen neuen Schub erhalten.

Dennoch dominierte im Vorfeld der Konferenz, zu der Saudi-Arabiens König Abdullah bin Abdul-Asis vor zehn Tagen eingeladen hatte, die Hoffnung auf einen Erfolg des Treffens von gut drei Dutzend Staaten sowie prominenten Ölmanagern. "Die Tatsache, dass Abdullah eingeladen hat, ist doch schon ein Zeichen der Hoffnung", sagte ein hochrangiges Mitglied der deutschen Delegation. Schließlich sei Saudi-Arabien der weltweit größte Ölproduzent und am ehesten in der Lage, seine Förderung kurzfristig auszubauen. Das Land hatte schon im Mai eine Förderausweitung um 300.000 Barrel Öl pro Tag und kürzlich noch einmal 200.000 zusätzlich angekündigt. Die Hoffnung ist nun, dass das Land auf der Konferenz noch ein weiteres Expansionssignal setzen könnte.

Nach Angaben aus Ölmarktkreisen gibt es derzeit innerhalb des Ölkartells OPEC insgesamt noch rund 2,5 Millionen Barrel pro Tag, um die die Produktion kurzfristig erhöht werden könnte. Allerdings hat die OPEC im Vorfeld bereits erklärt, sie sehe keinen Grund für eine Förderausweitung.

Offen ist bislang, ob es, wie Großbritanniens Regierungschef Gordon Brown anstrebt, nach Dschidda eine Folgekonferenz geben wird. "Es gibt bisher kein Ja zu einer Folgekonferenz - aber auch kein Nein", sagte ein Mitglied der deutschen Delegation. Ob ein Abschlusskommunique mit konkreten Maßnahmen wie einer Förderausweitung und einem Ausbau der Transparenz an den Ölmärkten verabschiedet wird, könne ebenfalls noch nicht gesagt werden. Insofern sei das Treffen ein Stück weit ein Ausdruck von Ratlosigkeit, hieß es. Allerdings sei es das erste Mal, dass sich die wesentlichen Verbrauchsländer, die gesamte OPEC und auch andere Förderstaaten wie Russland zusammensetzten. Das sei bemerkenswert.

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