Krieg gegen den Terror
Afghanistan und Pakistan loben Obama-Kurs

Der afghanische Präsident Hamid Karsai und sein pakistanischer Amtskollege Asif Ali Zardari haben die neue Strategie der US-Regierung in der Region begrüßt. Lob kam auch von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier.

HB KABUL/ISLAMABAD. Die von US- Präsident Barack Obama verkündete Strategie habe gute Chancen auf Erfolg, da sie der Tatsache Rechnung trage, dass es sich beim Krieg gegen den Terror um reinen regionales Problem handele, sagte Karsai am Freitag in einer vom Präsidialamt veröffentlichten Stellungnahme. Es gebe nun ein deutliches Ziel: „Das Terrornetz El Kaida in Pakistan und Pakistan zu besiegen und aufzulösen und sie daran zu hindern, sich in Zukunft in den beiden Ländern wieder zu etablieren.“

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier lobte die neue Afghanistan-Strategie des US-Präsidenten. „Wir haben darauf gewartet und wir sind sehr erfreut über das, was Obama uns dazu zu sagen hat“, sagte Steinmeier in Hluboká nad Vltavou (Frauenberg) in Tschechien. Er sprach am Rande eines EU-Außenministertreffens von „Neuansätzen“ in der amerikanischen Afghanistan-Politik.

Zu den neuen Schwerpunkten von Obamas Strategie zählt ein regionaler Ansatz, der vor allem Afghanistans Nachbarland Pakistan einschließt. Geheimdienste sehen Pakistan als Rückzugsgebiet und Operationsbasis für afghanische Extremisten wie die Taliban und das El-Kaida-Netzwerk. Obama warnte eindringlich vor einem Zerfall des atomar aufgerüsteten US-Verbündeten: „El Kaida und ihre extremistischen Verbündeten sind ein Krebsgeschwür, das Pakistan von innen zu zerstören droht.“

Steinmeier sagte, Obamas Vorstellungen seien „eine ausgewogene Balance zwischen zivilem Engagement einerseits und fortgesetzter militärischer Präsenz auf der anderen Seite“. Er lobte die Einbeziehung des Nachbars Pakistan: „Das macht den regionalen Ansatz dieser neuen Afghanistan-Politik Amerikas aus.“

Zardari und der pakistanische Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani sprachen bei der neuen US-Strategie von „einem Sieg“. Islamabad habe den US-pakistanischen Beziehungen von jeher einen hohen Stellenwert eingeräumt. Die Verkündung des neuen Kurses werde die bilateralen Beziehungen weiter festigen, sagte Zardari. Die USA hätte die Sichtweise Pakistans berücksichtigt, sagte Gilani weiter.

Unterdessen kamen zwei Soldaten der US-geführten Koalitionstruppen am Freitag bei einer Schießerei in Nordafghanistan ums Leben. Ein afghanischer Soldat habe zwei ausländische Soldaten erschossen und habe sich dann mit seiner Waffe selbst getötet, hieß es nach Angaben des US-Militärs. Zum genauen Ort der Auseinandersetzung und der Staatsangehörigkeit der Soldaten machte er keine Angaben. Der afghanische Verteidigungsminister Abdul Rahman Wardak kündigte eine Untersuchung an. Zu Spekulationen, dass der afghanische Soldat zu den radikalislamischen Taliban übergelaufen sein könnte, wollte sich der Minister nicht äußern.

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