Krieg gegen den Terror
So schlagkräftig ist Frankreichs Armee

Mit 270 Kampfflugzeugen, 140 Schiffen und zehn Atom-U-Booten ist Frankreichs Armee gut ausgestattet. Doch Budgetkürzungen haben ihre Leistungsfähigkeit in letzter Zeit geschwächt – und das mitten im Kampf gegen den Terror.
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ParisFrankreichs Armee gilt als eine der zehn schlagkräftigsten der Welt. Sie hat 270 Kampfflugzeuge, 140 Schiffe und 10 Atom-U-Boote. Doch angesichts anhaltender Budgetkürzungen in den vergangenen Jahren und wegen zahlreicher Auslandseinsätze mehren sich die Warnungen nicht mehr aktiver Militärs, die Streitkräfte seien am Rande ihrer Leistungsfähigkeit. Inflationsbereinigt ist der Verteidigungshaushalt seit 1990 von 39 Milliarden Euro auf 31,4 Milliarden geschrumpft. Im nächsten Jahr soll er auf mehr als 32 Milliarden Euro angehoben werden.

Ein Problem, über das immer wieder hitzige Debatten entbrennen, sind allerdings die Kosten der „force de frappe“, der atomar bewaffneten strategischen Bomber und U-Boote. Sie alleine verschlingt mehrere Milliarden Euro, die für die laufenden effektiven Einsätze nicht zur Verfügung stehen. „Beim jetzigen Rhythmus wird die französische Armee bald erschöpft sein“, warnte vor wenigen Tagen Ex-General Vincent Desportes in Le Monde.

Der frühere Generalstabsoffizier argumentiert, dass Frankreich sich nicht mehr „langfristig militärisch engagieren kann, obwohl alle Konflikte, mit denen wir es heute zu tun haben, lange dauern.“ Der Offizier kritisiert die seit Jahren anhaltenden finanziellen Kürzungen und den Abbau des Personals. Das Heer verfügt derzeit auf dem Papier über etwas weniger als 100.000 Personen, davon ist nur ein Teil tatsächlich zur kämpfenden Truppe gehörig. In der französischen Armee gilt theoretisch ein Schlüssel von 1 zu 6, das heißt: Auf jeden Soldaten im Einsatz müssen sechs in der Etappe kommen, anders lässt sich das Engagement nicht durchhalten. Faktisch wird dieser Schlüssel aber nicht mehr respektiert, die einzelnen Soldaten sind also wesentlich länger im Einsatz, als sie sollten. Das geht an die Substanz.

Zu erklären ist das dadurch, dass das französische Militär weltweit an vielen Operationen beteiligt ist. In der Sahelzone läuft der Einsatz „Barkhane“ seit August 2014, er hat „Serval“ in Mali abgelöst. Bei diesem 2013 sehr rasch beschlossenen Eingriff zum Stopp der auf die Hauptstadt marschierenden Kolonnen von Dschihadisten waren am Ende bis zu 4500 Soldaten beteiligt. Er gilt allgemein als Erfolg: Die soliden Basen der Terroristen in den Gebirgen an der Grenze zu Algerien wurden ausgehoben, die Gebiete, die sie unter ihre Kontrolle gebracht hatten und die bis in den Süden Mais reichten befreit.

Heute erstreckt sich „Barkhane“ auf Mauretanien, Mali, Niger, den Tschad und Burkina-Faso. 3000 Soldaten sind dafür in die Region verlegt worden. Sie verfügen über 20 Helikopter, 200 Transportfahrzeuge, 200 gepanzerte Fahrzeuge, sechs Jagdflugzeuge, drei Drohnen und zehn Transportflugzeuge.

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Allein 5000 Soldaten überwachen strategische Objekte in Paris

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  • Zitat: "Wenn Deutschland flächendeckend so aussieht, wie Syrien jetzt, .."

    ... jetzt werden Sie unsachlich. So schlimm wird der Klimawandel nicht werden, dass Mitteleuropa zur Trockenwüste wird.

  • Zitat: "Der zweitmeißte Artikel der bei Amazon derzeit verkauft wird, ist Pfefferspray, das sagt doch alles."

    Mal abgesehen davon, dass diese Aussage Unsinn ist, wäre ein Erhöhung der Verkaufszahlen von Pfefferspray ein Hinweis darauf, wie abgedreht manche Leute so ticken. Waren nach Fukushima nicht Jodtabletten und Geigerzähler ganz hoch im Kurs?

  • In der Tat ist das der erwartbare Endzustand:
    Wenn Deutschland flächendeckend so aussieht, wie Syrien jetzt, dann kommen keine weiteren "Flüchtlinge". Gut geplant, das muß man anerkennen.

    Unsere Kinder werden Merkel verfluchen, wenn sie es noch können.

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