Krieg in Libyen
Nato bestreitet Luftangriff auf Tripolis

Die Nato streitet weiter, ob die militärischen Aktionen gegen Gaddafi ausgeweitet werden sollen, stellt aber erstmals klare Forderungen. Direkt bewaffnen wollen sie die Rebellen aber weiterhin nicht.
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Tripolis/Dubai/ParisDie Nato hat bestritten, am Donnerstag mehrere Ziele in der libyschen Hauptstadt Tripolis angegriffen zu haben. „Wir können bestätigen, dass Flugzeuge heute Nachmittag eine Batterie von SA-2 Flugabwehrraketen 40 Kilometer südlich von Tripolis getroffen haben“, sagte Nato-Sprecherin Oana Lungescu in Berlin. Das libysche Staatsfernsehen hatte behauptet, die Ziele hätten in der Stadtmitte gelegen. Die Nato-Sprecherin sagte, dies sei „eine eindeutige Falschinformation, wie wir sie in diesem Jahr schon mehrere Male erlebt haben“.

Nach libyschen Angaben sollen Ziele in der Hauptstadt Tripolis und in Sirte bombardiert worden sein. Augenzeugen in Sirte, der Heimatstadt von Machthaber Muammar al-Gaddafi, sagten, der Angriffe hätten vermutlich einem militärischen Ziel gegolten. Die heftigen Explosionen hätten dazu geführt, dass in zahlreichen Wohnhäusern die Fensterscheiben geborsten seien. Das libysche Staatsfernsehen hatte zuvor von Angriffen auf mehrere Ziele in Tripolis berichtet.

Die Aufständischen in Libyen sollen für den Kampf gegen die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi angeblich auch moderne Waffen aus dem Ausland erhalten haben. Das Regime in Tripolis wirft dem Golfemirat Katar eine Aufrüstung der Rebellen in Bengasi mit modernen Panzerabwehrwaffen vor. Die Katarer hätten nicht nur Panzerabwehrraketen des Typs „Milan“ geliefert, sondern auch Militärberater nach Ost-Libyen geschickt, sagte Vize-Außenminister Chalid al-Koeim in Tripolis. Aus Katar gab es zunächst keine Stellungnahme zu den Behauptungen.  

Augenzeugen in Bengasi sagten telefonisch, in einem Militärlager am Rande der ostlibyschen Stadt Tobruk seien am Donnerstag etwa 35 Offiziere aus Katar eingetroffen. Der Übergangsrat der Aufständischen in Bengasi wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Die Vorwürfe sind brisant: Denn dieselben Waffen, die die Rebellen von Katar erhalten haben sollen, wurden noch bis vor einigen Monaten an die libysche Armee geliefert - und zwar von Frankreich. Mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy fädelte damals ausgerechnet der Mann das Geschäft ein, der heute einer von Gaddafis schärfsten Gegnern ist. Den Beteiligten ist das Thema heute höchst unangenehm.

In deutschen Industriekreisen heißt es, der 168-Millionen-Euro-Vertrag mit Gaddafi sei auf massiven Druck der französischen Regierung hin abgeschlossen worden. Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen hätten sogar über Kündigung nachgedacht, als bekannt wurde, dass der„Verrückte in Libyen“ 1000 die von der Firma MBDA, einer Tochter des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS, hergestellten Lenkwaffen bekommen sollte. Katar selbst sei aber in der Tat Kunde bei MBDA und habe in der Vergangenheit rund 100 „Milan“-Raketen erhalten, teilte ein Unternehmenssprecher in Paris mit.    

Kritik am internationalen Militäreinsatz kam auch von den fünf führenden Schwellenländer. „Wir teilen den Grundsatz, dass der Einsatz von Gewalt vermieden werden sollte“, erklärten die die Staats- und Regierungschefs der sogenannten Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika bei ihrem Gipfeltreffen im südchinesischen Sanya (Hainan).

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  • Shalom i Spiritui Sancto Vatikan,God bless the USA.Deutschland im antonym da kann man schlecht Gesicht zeigen,will man doch nicht erkannt werden,wenn Freund und Feind Täglich wechseln.So wird man zum Gaddafi Sympathisanten.

  • besser wäre es, dem despoten mal richtig was auf die mütze zu geben - seine geschäftspartner scheinen indes auf einen weiteren bürgerkriegschauplatz zu spekulieren.
    heckler und koch: unsere jungs fürs Feinere.....

  • Im Moment und über das Wochenende ist der Himmel über Libyen blitzeblank; regelrechtes Bombenwetter. Über die Satellitenaufklärung müßten eigentlich Gadafis Kommandostellen und sein Aufenthaltsort mit einer Wahrscheinlichkeit unter 10 zu 1 bekannt sein. Ich schätze,
    daß 100 Marschflugkörper ausreichen, um Gadafi und seinen Militärapparat schlagartig zu pulveresieren und ohne nennenswerten Kolleteralschaden den Konflikt zu beenden. Das würde nicht nur die BRIC-Staaten beeindrucken, sondern auch noch ein paar Diktatoren nachdenklich machen.

    Ansonsten muß man eine Waffen-Verkaufsshow vermuten.

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