Krieg in Libyen
Ultimatum für Gaddafis letzte Hochburgen

Für Gaddafis letzte Kämpfer tickt die Uhr. Die Rebellen geben ihnen bis Samstag, um sich ohne Blutvergießen zu ergeben. Die Aufnahme von Mitgliedern der Gaddafi-Familie in Algerien führt zu politischen Spannungen.
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Bengasi/Brüssel/IstanbulNach neuen Nato-Luftangriffen auf Militäreinrichtungen stellte der Übergangsrat in Libyen den Truppen von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi ein Ultimatum bis Samstag. Um ein Blutvergießen zu vermeiden, sollen sie die Stadt friedlich übergeben. Auch in den wenigen anderen verbliebenen Hochburgen sollen sich die letzten Gaddafi-Getreuen ergeben. „Länger können wir nicht warten“, sagte der Chef des Rates, Mustafa Abdul Dschalil, in Bengasi.

Die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den Aufständischen in Libyen und dem Nachbarland Algerien haben sich weiter verschlechtert. Der Übergangsrat forderte, dass Algerien die Ehefrau Gaddafis sowie drei Kinder des Ex-Diktators ausliefert. Deren Flucht aus Libyen war am Vortag offiziell bestätigt worden. Der gestürzte Machthaber blieb weiter verschwunden.

Am Dienstag hielten Kämpfer der ehemaligen Regierungstruppen noch Sirte sowie die Wüstenstadt Sebha im Zentrum des Landes. Seit Tagen versuchen die Rebellen, unter Vermittlung von Stammesältesten beide Gaddafi-Hochburgen zur Aufgabe zu bewegen. Ziel ist es, ein Blutvergießen sowie die Zerstörung der Städte zu vermeiden. „Wir können die Situation militärisch lösen, aber das wollen wir nicht, sagte Dschalil am Dienstag.

Nato-Kampfflugzeuge nahmen die letzten Hochburgen Gaddafis unter neuen Beschuss. Zahlreiche Militäreinrichtungen in Gaddafis Geburtsort Sirte und in Bani Walid seien Ziel von Angriffen gewesen, teilte die Nato mit.

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Gaddafis Heimatstadt Sirte steht vor dem Fall

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