Krieg in Syrien: Assad lehnt Trumps Pläne für Sicherheitszonen ab

Krieg in Syrien
Assad lehnt Trumps Pläne für Sicherheitszonen ab

Der syrische Präsident lädt die USA zum gemeinsamen Kampf ein - allerdings nur nach seinen Regeln. Unter den vielen syrischen Kriegsflüchtlingen seien „definitiv“ Terroristen, ist er sich sicher.
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BeirutSyriens Präsident Baschar al-Assad hat sich für eine Beteiligung der USA im Kampf gegen Terroristen in seinem Land ausgesprochen. Dies müsse allerdings in Absprache mit seiner Regierung geschehen und dürfe die Souveränität des Landes nicht in Frage stellen, sagte Assad in einem am Freitag veröffentlichten Interview dem Nachrichtenportal Yahoo News. Wen er dabei genau mit „Terroristen“ meint, blieb unklar. Zugleich warnte Assad vor Extremisten unter den Millionen Kriegsflüchtlingen aus seinem Land.

Unter denjenigen, die im Westen Asyl suchten, seien „definitiv“ auch Terroristen, sagte Assad. Eine Schätzung über ihre Anzahl gab er nicht. Man brauche aber keine bedeutende Zahl, um Verbrechen zu begehen.

Assad bezeichnet alle bewaffneten Oppositionsgruppen, die seit 2011 gegen seine Regierung kämpfen, als „Terroristen“. Mit seiner Einladung an die USA, gemeinsam gegen Terroristen vorzugehen, ignoriert Assad Beobachtern zufolge allerdings, dass die von Washington geführte Militärallianz bereits seit September 2014 in Syrien Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat und den Ableger von Al-Kaida fliegt.

Der syrische Präsident sagte Yahoo News ferner, er habe mit dem seit 20. Januar regierenden US-Präsidenten Donald Trump noch keinen direkten oder indirekten Kontakt gehabt. Doch habe er dessen Worte begrüßt, sich den Kampf gegen Terrorismus als oberste Priorität zu setzen. Dies sei ein Ziel, das er teilte, betonte Assad.

Ob das von US-Präsident Donald Trump verhängte und mittlerweile ausgesetzte Einreiseverbot für Bürger aus sieben Ländern mit muslimischer Mehrheit, inklusive Syrien, gerechtfertigt sei, wollte Assad nicht kommentieren. Dies sei eine Angelegenheit, die die amerikanische Souveränität betreffe, sagte er.

In dem seit fast sechs Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien sind bisher mehr als 300.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Hälfte der Bevölkerung von einst 21 Millionen Menschen wurde vertrieben, Millionen flohen in angrenzende Länder oder nach Europa sowie in andere westliche Staaten. 2014 hatte dort wie auch im Irak der IS blitzartig Gebiete erobert.

Die syrische Regierung hat die USA während dieser Jahre stets beschuldigt, Kämpfer der Opposition zu unterstützen, die Assad stürzen wollten. Die Rebellen stellten bis 2015 eine ernste Gefahr dar, und nur das Eingreifen Russlands Ende September jenen Jahres mit Luftangriffen wendete das Blatt wieder zugunsten Assads.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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