Krieg in Syrien: „Humanitäre Katastrophe“

Krieg in Syrien
Assad-Truppen nehmen große Teile Aleppos ein

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„Humanitäre Katastrophe“

Den Regimegegnern droht nun in der seit Monaten umkämpften Stadt ein totaler Zusammenbruch. Sollte das Regime den bislang von der Opposition kontrollierten Osten Aleppos vollständig einnehmen, wäre das ein massiver Rückschlag für die Rebellen. In diesem Fall hätte die Regierung die Kontrolle über alle großen Städte zurückgewonnen. Der Fall Aleppos könnte ein Wendepunkt im Bürgerkrieg sein.

Im Osten Aleppos sollen nach Schätzungen noch rund 250.000 Menschen leben. Wegen der Blockade fehlt es in den Rebellengebieten akut an Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser, Strom und medizinischer Versorgung. Das internationale Rote Kreuz warnte, in dem eingekesselten Gebiet gingen die Nahrungsmittel zur Neige.

Nach heftigen Bombardierungen durch Syriens Regime und Russland sind der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) zufolge acht von neun Krankenhäusern außer Betrieb. Die lokale Rettungshilfsorganisation Weißhelme erklärte Aleppo zu einer „völlig zerstörten Stadt“, in der sich eine „humanitäre Katastrophe“ abspiele. Die Organisation habe fast alle Geräte zur Rettung von Zivilisten verloren.

Auch in anderen Teilen Syriens ist die Opposition auf dem Rückzug. Nach einem Abkommen mit dem Regime zogen rund 350 Rebellen mit ihren Familien aus dem Ort Khan Scheichun rund 20 Kilometer südwestlich von Damaskus ab, wie es aus Regierungskreisen hieß. Busse hätten sie in die von Rebellen kontrollierte Provinz Idlib im Nordwesten Syriens gebracht. Ihre Waffen hatten sie demnach zuvor abgegeben.

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Da hat Angie ja wieder richtig Glück! Dann braucht sie auch keine Türkei für ihr Flüchtlingsabkommen.

    Teil der Wahrheit, die leider nie verbreitet wird, ist eben auch, dass während des Höhepunkts des Flüchtlingsstroms, die Flüchtenden hauptsächlich aus desertierenden Asssad-Soldaten bestand. Als Putin dann ins Kampfgeschehen eingriff, ging deren Zahl natürlich massiv zurück. (während Herr Stegner uns erklärte die Leute fliehen vor Assads Fassbomben!)

    Das konnte die Presse in Deutschland aber nicht thematisieren, da man in der Menge der Flüchtenden immer auf die zwei bis drei Mütter mit Kindern hin-zoomte. Das Gesamtbild konnte man dann bei BBC sehen. Auch die Qualifikations-, Opferrollen-Geschichte wäre von solchen Zusammenhängen gestört worden. Darum gab es diese Zusammenhänge auch nicht!

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