Krieg in Syrien
Uno-Sicherheitsrat beschließt Beobachtermission für Aleppo

Der Uno-Sicherheitsrat hat per Resolution die Entsendung von Beobachtern in die syrische Stadt Aleppo gefordert. Alle 15 Mitgliedsstaaten stimmten nun in New York für eine entsprechende Vorlage. Auch Russland.
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New YorkDie Vereinten Nationen entsenden Beobachter zur Lage der Zivilisten in der syrischen Großstadt Aleppo. Der Uno-Sicherheitsrat votierte am Montag einstimmig für eine entsprechende Resolution. Es ist das erste Mal seit Monaten, dass sich die Staaten in dem Uno-Gremium, darunter Russland und die USA, zu einem gemeinsamen Vorgehen im syrischen Bürgerkrieg durchringen konnten. Mit der Resolution können unabhängige Beobachter in die Krisengebiete rund um Aleppo, sowie an die relevanten Checkpoints und in die Busse, mit denen Zivilisten evakuiert werden, entsendet werden.

Unterdessen läuft die Evakuierung von syrischen Zivilisten aus den syrischen Kriegsgebieten, vor allem aus Aleppo, weiter voran. Am Sonntagabend konnten rund 350 Menschen die zerstörte Stadt verlassen und in die Türkei gebracht werden. Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon beschrieb die Situation in Syrien auf einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag mit den Worten, Aleppo stehe für ihn mittlerweile als Synonym für die Hölle.

Es wird davon ausgegangen, dass sich noch mehrere Zehntausend Menschen, Rebellen und Zivilisten, in dem seit Monaten von Regierungstruppen belagerten Osten der Großstadt aufhalten. Die Rebellengebiete dort waren in den vergangenen Wochen nach heftigen Luftangriffen fast vollständig vom syrischen Regime mit Hilfe seiner Verbündeten Russland und Iran erobert worden.

Regierungskreise hatten zuvor von einer neuen Vereinbarung zwischen der syrischen Führung und den Rebellen berichtet. Diese schließe auch die Evakuierung der belagerten Orte Fua und Kafraja mit ein. Am Freitag war wie Räumung unterbrochen worden, nachdem es erneut Gefechte gegeben hatte. Die Führung in Damaskus und die Opposition hatten sich dafür gegenseitig die Schuld zugeschoben.

Die syrische Regierung hat die Entscheidung der Uno verurteilt. Einziges Ziel der Mission sei es, ausländische Agenten aus den ehemaligen Rebellengebieten zu schaffen, sagte der syrische Uno-Botschafter Baschar Dschaafari am Montag.

Seinen Angaben zufolge halten sich noch zwölf dieser Geheimdienstoffiziere in Ost-Aleppo auf, sechs aus Saudi-Arabien und je einer aus der Türkei, den USA, Israel, Katar, Jordanien und Marokko. „Wir werden sie fassen ... und Ihnen vorführen“, sagte Dschaafari.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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