Krieg in Syrien
Welternährungsprogramm fehlt Geld für Flüchtlinge

Seit Wochen schlägt das Welternährungsprogramm Alarm: Knapp 1,5 Milliarden Euro werden benötigt, um Syrer auf der Flucht zu ernähren. Bisher kam nur die Hälfte zusammen – ein Großteil davon aus Deutschland und den USA.

BerlinDas Welternährungsprogramm (WFP) hat trotz wochenlanger Appelle immer noch nicht genügend Geld, um syrische Flüchtlinge angemessen zu versorgen. Das Hilfswerk habe 2015 Zuwendungen in Höhe von 850 Millionen Dollar bekommen, teilte eine Sprecherin am Dienstag in Berlin mit. „Das entspricht 58 Prozent des notwendigen Bedarfs, um derzeit mehr als vier Millionen Syrer im Land und rund 1,4 Millionen Flüchtlinge in den Nachbarländern mit Notrationen und Ernährungshilfen über elektronische Gutscheinkarten zu unterstützen.“ Die USA und Deutschland hätten zusammen 50 Prozent der Summe beigesteuert. Frankreich hat danach nicht einmal ein Fünftel der Zahlungen Deutschlands geleistet – allerdings engagiert sich das Land dafür stärker bei der Versorgung von Flüchtlingen in anderen Teilen der Welt.

Die 2015 nötig gewordene Kürzung der WFP-Essensrationen für syrische Flüchtlinge vor allem im Libanon und in Jordanien wird als ein Grund dafür angesehen, dass die Zahl der in die EU strebenden Syrer stark zugenommen hatte. Im Oktober habe der monatliche Satz für die Versorgung der Flüchtlinge in beiden Ländern wieder auf 21 Dollar pro Monat angehoben werden können – das entspricht aber immer noch nur 80 Prozent des Regelsatzes. Außerdem kann das WFP nur einen Teil der syrischen Flüchtlinge versorgen. Wegen der finanziellen Unterversorgung habe das WFP Anfang 2015 etwa die Versorgung von neun Flüchtlingslagern in der Türkei aufgeben müssen, sagte die Sprecherin.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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