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08.01.2009 
Israel und die Hamas

Krieg mischt Karten im Nahen Osten neu

von Pierre Heumann

Der Krieg im Gazastreifen wird nach Einschätzung von Sicherheitsexperten auf lange Sicht die Kräfteverhältnisse im Nahen Osten neu ordnen: Regionale Beziehungen ändern sich, traditionelle Bündnisse bröckeln und in einzelnen Ländern der Region wächst die Entfremdung zwischen dem Volk und den Regierenden.

Israelischer Panzer: Nach diesem Konflikt wird sich vieles verändert haben. Foto: APLupe

Israelischer Panzer: Nach diesem Konflikt wird sich vieles verändert haben. Foto: AP

TEL AVIV. Sollte Israel die radikal-islamische Hamas militärisch besiegen, würden die Karten im Nahen Osten neu gemischt, ist der israelische Syrien-Experte Eyal Zisser überzeugt. In diesem Fall sei auch mit einer Schwächung der libanesischen Hisbollah zu rechnen. Die Schiitenmiliz leistete der israelischen Armee im Libanon-Krieg vor zwei Jahren lange Widerstand und setzte fortan auf die Hamas als Verbündeten. Zwar fordert die Hisbollah die radikalen Palästinenser jetzt auf, im Kampf gegen Israel bis zum Sieg durchzuhalten. Zugleich reagiert Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah aber nervös auf die jüngsten Spannungen an der israelisch-libanesischen Grenze und lässt erkennen, kein Interesse an einer neuen Kampfrunde mit Israel zu haben.

Für Syriens Präsident Baschar al Assad sei der Krieg in Gaza auch syrische Innenpolitik, meint Politikexperte Zisser. Assad, der die Hisbollah unterstützt, sei nun an einem Waffenstillstand in Gaza interessiert, um die Hamas vor dem Untergang zu bewahren. Sowohl die Hamas als auch die Hisbollah gelten als Vortrupp der iranischen Revolutionsgarden, die ihren Einfluss am Mittelmeer ausdehnen wollen. Assad setzt auf dieselbe Karte.

In der Auseinandersetzung um den Gazastreifen hat Syriens Staatschef aber auch aus einem weiteren Grund eine Schlüsselrolle: Er gewährt dem Chef des Hamas-Politbüros, Khaled Maschal, Asyl in Damaskus. Weil Maschal von der syrischen Hauptstadt aus die Aktionen der Hamas in Gaza koordiniert und beeinflusst, verlangt Israel von Syrien, den Hamas-Chef zu verbannen. Solange Assad aber keinen Friedensvertrag mit Jerusalem schließe, werde er Maschal Gastrecht in Damaskus gewähren, vermutet Zisser. Die syrische Regierung betrachte die Hamas als nützliches Instrument, um Druck auf Israel auszuüben.

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